Der legendäre Gründer des größten deutschen Handelsunternehmens Otto Beisheim kündigt den Pool-Vertrag der Gründungsgesellschafter.

Der Metro-Gründer Otto Beisheim steigt aus dem Poolvertrag der Gründungsgesellschafter des größten deutschen Handelskonzerns aus. Die Kündigung werde zum 1. Oktober wirksam, teilte die Otto-Beisheim-Gruppe am Freitag mit.

Neben Beisheim hatten sich die Gesellschafterstämme der Metro, Haniel und Schmidt-Ruthenbeck, in einer Poolvereinbarung unter anderem über die Ausübung von Stimmrechten verständigt. Der Austritt aus dem Pool erfolge, um größtmögliche Flexibilität als unabhängiger Gesellschafter zu erlangen: Mit der Kündigung des Vertrages hat Beisheim nun freie Hand.

Der Streit schwelt seit Jahren

Zwischen den Hauptaktionären war es vor zwei Jahren zum Bruch gekommen, als Haniel seine Anteile auf 34 Prozent aufstockte und gemeinsam mit der befreundeten Unternehmerfamilie Schmidt-Ruthenbeck auf eine Mehrheit von mehr als 50 Prozent kam. Beisheim hält 18,5 Prozent an Metro. 

Damit war die gleichgewichtige Machtverteilung zwischen den drei Aktionärsgruppen aus dem Lot geraten. Haniel hatte bei Metro praktisch das Ruder übernommen. Wenig später rückte der Vorstandschef der Duisburger Haniel-Gruppe, Eckhard Cordes, auch in den Chefsessel des Metro-Konzerns.

Nachfolger für Cordes wird heute bestimmt

Am heutigen Freitag tagt der Aufsichtsrat des Metrogroßaktionärs Haniel. Das Dusiburger Familienunternehmen wird über die Nachfolge von Eckhard Cordes, der bislang den Vorstandsvorsitz von Metro Group und Haniel in Personalunion bekleidet. Als neuer Haniel-Vorstandschef ist Stefan Kluge im Gespräch.

dpa, DH