Am morgigen Dienstag legt Metro-Chef Olaf Koch die Zahlen zum zweiten Quartal vor, Analysten erwarten einen Gewinnrückgang. Die spannende Frage ist, ob die Jahresprognose Bestand hat.

Der Handelskonzern Metro muss sich für das Erreichen seiner Jahresziele strecken. Durch die roten Zahlen des ersten Quartals 2012 dürfte die Metro beim Zwischenstand  Ende Juni weit zurückliegen.

Nach Einschätzung von Analysten wird Metro am Dienstag für das erste Halbjahr einen um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn von 295 Millionen Euro ausweisen. Im ersten Halbjahr 2011 waren es hingegen bereits 452 Millionen Euro.

Analysten bleiben skeptisch

Von besonderem Interesse ist deshalb bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen, ob Metro-Chef Olaf Koch an der Prognose 2012 festhält. Das bereinigte operative Ergebnis soll dem bisherigen Ausblick zufolge stabil bleiben, wobei sich der Vorstand einen Spielraum von plus /minus 5 Prozent lässt.

Einige Analysten fragen sich, ob die Metro dieses Ziel erreichen kann. Allerdings erzielt der Konzern den Löwenanteil seines Gewinns auch erst mit dem Weihnachtsgeschäft im vierten Quartal. Im Gesamtjahr 2011 belief sich der bereinigte operative Gewinn auf knapp 2,4 Milliarden Euro.

Das Zünglein an der Waage für das Erreichen dieses Ziels dürfte der weitere Verlauf der Konjunktur sein. Die Staatsschuldenkrise lastet auf dem Konsum in vielen Ländern Europas.

Erwartung: Media-Saturn hui, Kaufhof pfui

Der Metro-Chef will den Umsatz mit gezielten Preissenkungen, günstigen Eigenmarken und verstärktem Service ankurbeln. Zudem sind Kostensenkungen von 100 Millionen Euro geplant. Der Düsseldorfer Konzern streicht in dem Zusammenhang weltweit weitere 900 Stellen in der Verwaltung.

Im zweiten Quartal dürften die Elektrotöchter MediaMarkt und Saturn von der Fußball-Europameisterschaft profitiert haben. Auch die Umstellung von Analog- auf Digital-Satellitenfernsehen sollte das Geschäft angekurbelt haben.

Das schlechte Wetter im zweiten Quartal wird vor allem der Warenhaustochter Kaufhof zugesetzt haben. Viele Textilhändler in Deutschland blieben wegen des Regens und der kühlen Temperaturen zunächst auf ihrer Sommerware sitzen. Zudem hat das Ostergeschäft anders als im Vorjahr bereits im ersten Quartal stattgefunden.