Der Handelskonzern Metro will weiterhin zwei Drittel der Karstadt-Filialen übernehmen - jedoch nicht um jeden Preis. "Kaufhof braucht Karstadt nicht", sagt Metro-Chef Cordes.

Metro-Konzernchef Eckhard Cordes erneuerte am Montag bei der Vorlage von Quartalszahlen das Interesse des Düsseldorfer Konzerns an etwa sechzig der bundesweit neunzig Karstadt-Filialen. Dies äußerte bereits auch Kaufhof-Chef Lovro Mandac in einem Exklusiv-Interview mit Der Handel.

Ein solches Projekt müsse aber für die Metro AG betriebswirtschaftlich Sinn haben. "Wenn da jemand kommt, der ein paar Milliarden bezahlen will, sind wir sicher nicht dabei", sagte Cordes.

Metro wartet ab

Der Metro-Chef erwartet in den kommenden Wochen mehr Klarheit, wie es beim insolventen Karstadt-Mutterunternehmen Arcandor weitergeht. Wenn ein normales Insolvenzverfahren eingeleitet werde, könnte es zu einem Verkaufsprozess für die Karstadt-Filialen kommen.

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Einschnitte bei Kaufhof möglich

Metro hatte bereits unmittelbar vor der Pleite von Arcandor und Karstadt im Juni die Idee einer Deutschen Warenhaus AG ins Spiel gebracht. Dabei würde die Metro-Warenhaustochter Kaufhof und rund 60 Karstadt-Filialen unter ein Dach kommen.

Metro-Finanzvorstand Thomas Unger schloss weitere Einschnitte in das Kaufhof-Filialnetz nicht aus, nachdem bereits die Schließung von vier Filialen im kommenden Jahr feststeht.

Wie viele weitere Filialen auf möglicherweise geschlossen werden müssen, stehe noch nicht fest. Dies hänge auch davon ab, ob es zur Fusion von Karstadt-Filialen und Kaufhof komme. Die Kölner Tochter soll zum laufenden Programm zur Ergebnisverbesserung des Konzerns im Gesamtumfang von 1,5 Milliarden Euro 50 Millionen Euro beitragen.

Cordes: "Kaufhof braucht Karstadt nicht"

"Kaufhof braucht Karstadt nicht", betonte Cordes auch mit Verweis auf die jüngsten Quartalszahlen. Demnach hat der Kaufhof im ersten Halbjahr 2009 zwar einen leichten Umsatzrückgang von 1,8 Prozent auf knapp 1,58 Milliarden Euro verzeichnet. Durch die Aufwertung des Warensortiments sei aber der bereinigte operative Halbjahresverlust (EBIT) um eine Million auf 49 Millionen Euro gesunken.

Laut Unger ist unter anderem vorstellbar, das einzelne Kaufhof-Filialen auch Flächen verkleinern, indem beispielsweise eine Etage an Saturn abgegeben wird. Die Elektronikkette gehört auch zur Metro und ist Wachstumsmotor des Konzerns.