Der Preiskampf bei Unterhaltungselektronik und Lebensmitteln hat den die Metro Group in die roten Zahlen gedrückt. Die Konzerntöchter haben sich allerdings sehr unterschiedlich entwickelt.

Im ersten Halbjahr 2012 stand bei Metro unter dem Strich ein Verlust von 110 Millionen Euro nach 54 Millionen Euro Gewinn im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wachstumsträger waren die Metro-Großhandelsmärkte sowie die Elektronikketten Media Markt und Saturn, die von der Fußball-EM profitierten. Die Ergebnisse im Überblick:

Cash & Carry: Ergebnisrückgang

Der Umsatz von Metro Cash & Carry stieg im ersten Halbjahr 2012 um 2,8 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro. Allerdings verzeichnete der dominierende Großhandel einen Ergebnisrückgang: Das Ebit vor Sonderfaktoren betrug im 220 Millionen Euro gegenüber 293 Millionen in den ersten 6 Monaten 2011. In Deutschland sank der Umsatz um 2 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

Die Abgabe des unrentablen Geschäftes in Großbritannien führte zu Wertberichtigungen im Konzern. Zudem schlugen Umbaukosten bei der Metro-Großhandelstochter zu Buche.

Media-Saturn: Rekordverluste

Die Elektroniktocher Media-Saturn verbuchte im zweiten Quartal 2012 einen operativen Rekordverlust von 59 Millionen Euro. Preissenkungen hatten zuvor schon im zweiten Quartal 2011 und im ersten Quartal 2012 zu roten Zahlen geführt.

Der Ausbau des Onlinegeschäftes sowie die Eröffnung neuer Märkte kostet Geld. Aktuell stand einer Ergebnisverbesserung in Deutschland eine Verschlechterung in Südeuropa gegenüber. Immerhin: Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2012 um 2,3 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro.

Real: Stabilisiererung

Der Umsatz des SB-Warenhausbetreibers stieg im ersten Halbjahr 2012 um 0,1 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. In Deutschland stieg der Umsatz sogar um 1,2 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Das Ebit vor Sonderfaktoren verbesserte sich leicht auf minus 6 Millionen Euro (2011: minus 11 Millionen Euro).

Kaufhof: Umsatz gibt nach

Der Umsatz des Warenhausbetreibers Galeria Kaufhof sank im ersten Halbjahr 2012 leicht um 0,7 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der Bereich Unterhaltungselektronik sei inzwischen in fast allen Filialen durch "hochmargige Warengruppen" wie Accessoires, Bekleidung und Schuhe ausgetauscht worden. Der Umsatz des Textilsortiments habe sich "besser als der Gesamtmarkt" entwickelt, teilt das Unternehmen mit.

Aktie legt zu

Die Metro-Aktie legte zu Handelsbeginn am Dienstag um rund viereinhalb Prozent zu. Einige Marktteilnehmer hatten befürchtet, der Düsseldorfer Konzern könnte seinen Ausblick senken. "Wir sind unverändert überzeugt, dass wir im Gesamtjahr ein Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau erreichen können", erklärte Konzernchef Koch.

Das um Sonderfaktoren bereinigte operative Ergebnis soll in etwa auf Höhe des Vorjahres von rund 2,4 Milliarden Euro ausfallen. Im zweiten Quartal wurde bei dieser Kennziffer zwar ein Anstieg um 2,5 Prozent auf 314 Millionen Euro erzielt. Durch den schwachen Jahresauftakt liegt Metro im Halbjahr aber noch deutlich unter Vorjahresniveau.

DH mit Material von dpa