Arbeitsdirektor Zygmunt Mierdorf verlässt den Vorstand der Metro Group und scheidet aus dem Unternehmen aus. Der ausgewiesene Experte stand Metro-Chef Eckhard Cordes offenbar im Weg.

"Ein Vorstand auf Abruf", schreibt das Manager-Magazin in seiner aktuellen Ausgabe über den 57-jährigen Arbeitsdirektor Zygmunt Mierdorf. Weil er sich gegen das von der Unternehmensberatung McKinsey konzipierte Restrukturieungsprogramm "Shape 2012" stelle, habe Mierdorf unter der Führung von Eckhard Cordes keine Zukunft im Unternehmen, so das Wirtschaftsblatt.

Am heutigen Freitag gab die Metro Group nun das Ausscheiden von Zygmunt Mierdorf aus dem Unternehmen bekannt. "Vorstandsvorsitzender Dr. Eckhard Cordes übernimmt zusätzlich die Aufgaben des Arbeitsdirektors", heißt es in der Pressemitteilung.

Chronik eines angekündigten Ausscheidens

Zygmunt Mierdorf gehörte dem Vorstand seit 1999 an. Als Folge des Ausscheidens wird das Gremium von sechs auf fünf Mitglieder verkleinert. Finanzvorstand Olaf Koch, ein Weggefährte von Cordes aus Daimler-Zeiten, ist künftig auch für Informationstechnologie verantwortlich.

Mierdorf kam 1991 zur Metro und war als Geschäftsführer sowie Sprecher der Geschäftsführung bei verschiedenen Gesellschaften der Metro Group tätig. Seit 1999 verantwortete er im Vorstand die Themen E-Business, Immobilien, Informatik, Logistik, Personal und Soziales sowie den Einkauf. Seit der Neustrukturierung des Vorstands im September 2009 war Mierdorf für Personal und IT zuständig.

Mierdorf "bleibt dem Unternehmen verbunden"

"In diesen Aufgaben hat Mierdorf wesentlich dazu beigetragen, die Metro Group zu einem Innovationstreiber der internationalen Handelsbranche zu formen", teilt der Handelskonzern in seiner Abschiedserklärung mit. "In diesem Zusammenhang wird Mierdorf der Metro AG künftig auch beratend zur Seite stehen".

So werde er für das Unternehmen im Rahmen der GS1-Initiative weiter daran mitwirken, unternehmensübergreifende Organisationsabläufe durch gemeinsame Standards im Daten- und Warenverkehr effizienter zu gestalten, heißt es.

Das Manager-Magazin schließt übrigens seine Abrechnung mit der Ära Cordes in der aktuellen Ausgabe mit dem süffisanten Hinweis, dass im Unternehmen bereits auf das Ende des Metro-Vorstandsvorsitzenden gewettet werde.