Laut Medienberichten soll Thomas Unger zum zweiten Mann hinter Metro-Chef Eckardt Cordes werden. Als neuer Finanzvorstand soll Olaf Koch von der Investment-Gesellschaft Permira zur Metro kommen.

Die Metro AG will offenbar ihren Finanzvorstand Thomas Unger zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden hinter Konzernleiter Eckhard Cordes machen. Sein Posten als Finanzchef soll Olaf Koch vom Private-Equity-Unternehmen Permira übernehmen, wie das "Handelsblatt" am Montag unter Berufung auf Aufsichtsratskreise des Konzerns schreibt.

Ein Sprecher des Handelskonzerns wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf derzeit noch anstehende Personalentscheidungen im Aufsichtsrat. Dem "Handelsblatt" zufolge hat der Personalausschuss des Aufsichtsrats den Plänen allerdings bereits zugestimmt.

Verantwortung für Finanzen, Kaufhof und Media-Saturn

Demnach werde Koch ab 2010 auf Unger folgen, der dann als zweiter Mann hinter Cordes das Restrukturierungsprogramm "Shape 2012" steuern werde. Zudem würden Unger die Verantwortung für die Konzernsparten Kaufhof und Media-Saturn übertragen, um Cordes zu entlasten.

Bereits Anfang vergangener Woche schrieb das "Handelsblatt", der Düsseldorfer Handelskonzern wolle die Rolle von Unger stärken, um ihn an das Unternehmen zu binden. Unger solle damit von einem Weggang abgehalten werden. So habe der 48-jährige Wirtschaftsingenieur intern den Gedanken geäußert, seinen bis 2012 laufenden Vorstandsvertrag bei der Düsseldorfer Metro AG vorzeitig zu kündigen.

Restrukturierungsexperte von der Heuschrecke

Unger war im März als neuer Vorstandsvorsitzender des Metro-Großaktionärs Haniel im Gespräch. Dieses Amt bekleidet Cordes derzeit noch in Personalunion. Den 39-jährige Olaf Koch kennt Cordes aus der gemeinsamen Zeit bei Daimler-Chrysler,wo Koch den Bereich E-Business verantwortete und als Finanzchef der Mercedes Car Group tätig war. Von dort ging er als Fachmann für Sanierung und Restrukturierung zur Private-Equity-Gesellschaft Permira.

Die britische Investment-Gesellschaft ist in Deutschland vor allem durch ihre Beteiligung an der Hugo-Boss-Konzernmutter Valentino bekannt. Der ehemalige Hugo-Boss-Vorstand Bruno Sälzer hatte im März 2008 sein Amt aufgegeben, weil er eine von Großaktionär Permira geforderte Sonderdividende in Höhe von rund 450 Millionen Euro nicht ausschütten wollte. Permira trug mit diesem Geschäftsgebaren maßgeblich zur "Heuschrecken"-Debatte in Deutschland bei.

Dow Jones Newswires, DH