Der chinesischen Wirtschaftskrise zum Trotz baut die Metro ihr Engagement im Reich der Mitte aus. Mit der Onlineplattform Alibaba wurde eine Kooperation verabredet, die deutschen Herstellern gefallen könnte.

Der Düsseldorfer Metro-Konzern will künftig Markenartikel aus Deutschland über die chinesische Online-Handelsplattform Alibaba anbieten. Dazu sei eine strategische Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen vereinbart worden, teilte Metro mit.

Insgesamt mehr als 100 Produkte aus den Warengruppen Molkerei, Lebensmittelkonserven, Kaffee, Schokolade und Kosmetik sollen den chinesischen Kunden künftig über den Alibaba-Handelsplatz Tmall angeboten werden. Dafür wurde ein länderübergreifender Webshop gegründet, teilt Metro mit. Dort können Chinesen deutsche Produkte kaufen.

Es sei zudem geplant, das Sortiment um weitere Lebensmittelartikel der Metro-Großmärkte sowie Non-Food-Produkte der SB-Warenhaustochter Real zu erweitern.

Produkte werden in der Freihandelszone gelagert

Um eine schnelle Lieferung zu ermöglichen, sollen die Produkte bereits im Voraus aus Europa nach China transportiert und in der Shanghaier Freihandelszone gelagert werden. Chinesische Kunden könnten dann von dort aus beliefert werden und so von einer von Alibaba durchgeführten schnellen Zollabfertigung profitieren. Beide Unternehmen prüften zudem weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit, wie etwa Lieferkettenoptimierung, Marktkenntnisse durch Nutzung von Big Data sowie den globalen Einkauf "von Qualitätsprodukten in verschiedenen Warengruppen", hieß es weiter.

Die Kooperation soll europäischen Markenherstellern helfen, schneller in China zu expandieren, sagte Daniel Zhang, Chef von Alibaba.

Metro betreibt in China bereits mehr als 80 Großhandelsmärkte. Doch die Wirtschaft im Reich der Mitte ist in Turbulenzen. Das Wachstum ist so langsam wie seit 1990 nicht mehr. Das offiziell erwartete Wachstum für dieses Jahr von sieben Prozent enttäuscht die Erwartungen. Und es reiht sich eine Hiobsbotschaft an die nächste: Erst brachen die Kurse an den chinesischen Aktienmärkten ein, dann die Exporte. Die Industrieproduktion lahmt, und die Umsätze im Einzelhandel sind schwächer als erwartet.