Im Gerichtsverfahren um das Sagen in der Media-Saturn-Holding können die Gründungsgesellschafter aufatmen. Das Landgericht meldet Bedenken gegen die Machtfülle der Metro an.

Das Gerichtsverfahren der Media-Saturn-Gründer Erich Kellerhals und Leopold Stiefel um die Entscheidungsmacht in der Elektronikkette droht für die Metro Group AG zu einem juristischen Debakel zu werden.

In der heutigen mündlichen Verhandlung deute das Landgericht Ingolstadt Zweifel an der Machtfülle des von der Metro eingesetzten Beirats an.

Der Gesellschaftsvertrag der Media-Saturn-Holding sieht grundsätzlich vor, dass Beschlüsse in der Gesellschafterversammlung und im Gesellschafterausschuss mit mehr als 80 Prozent der abgegebenen Stimmen gefasst werden müssen.

Die beiden Gründungsgesellschafter Kellerhals und Stiefel können mit ihren Anteilen daher grundsätzlich alle Beschlüsse blockieren, obwohl die Metro mit 75,41 Prozent Mehrheitsgesellschafter an dem Ingolstädter Unternehmen ist.

Das lästige Vetorecht der Gründer

Um dieses Vetorecht auszuhebeln, hatte die Metro im März dieses Jahres einen Beirat ins Leben gerufen, der alle wichtigen Beschlüsse im Unternehmen mit einfacher Mehrheit beschließen können sollte.

Erich Kellerhals und Leopold Stiefel zogen gegen die Einberufung und die Machtfülle des von der Metro eingesetzten Beirats vor Gericht. In der mündlichen Verhandlung regten die Richter nun laut Medienberichten eine außergerichtliche, "unternehmerische Lösung" an und bezweifelte dabei, ob der Beirat die im Gesellschaftsvertrag verankerte Entscheidungsstruktur tatsächlich auf den Kopf stellen könne.

Die Parteien haben nun zunächst noch einmal Gelegenheit, sich schriftlich zur Sache zu äußern. Ein Termin zur Verkündung einer Entscheidung wurde auf den 11. Oktober 2011 anberaumt.