Die Metro Group hat ein schlechtes Jahr hinter sich - und blickt besorgt auf 2009. Der Gewinn ist 2008 um fast die Hälfte eingebrochen.

Die große Unsicherheit bei der weiteren weltwirtschaftlichen Entwicklung erlaube keine zuverlässige Prognose für 2009, teilte die Metro Group AG auf ihrer heutigen Bilanzpressekonferenz  mit. Im vergangenen Jahr brach der Konzerngewinn nach Anteilen Dritter um gut die Hälfte auf 403 Millionen Euro ein.

Belastet wurde die Metro-Bilanz von den Kosten für die Sanierung der Lebensmitteltochter Real und Abschreibungen auf die abgegebenen Adler-Modemärkte. Der operative Gewinn stieg bereinigt um Sonderfaktoren, darunter die Real-Sanierung, um 7 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Den Aktionären will die Metro AG eine stabile Dividende von 1,18 Euro je Stammaktie und 1,298 Euro je Vorzugsaktie zahlen.

Guter Januar

Für das erste Quartal 2009 erwartet die Metro einen Umsatz etwa auf Vorjahresniveau. Im Januar habe es einen guten Geschäftsverlauf gegeben. Der Februar sei dagegen durch einen fehlenden Verkaufstag durch das Schaltjahr 2008 beeinträchtigt gewesen. Im März wiederum habe sich die Verschiebung des Ostergeschäfts in das zweite Quartal bemerkbar gemacht.

Bei Cash & Carry rechnet Metro nicht mit einem einfachen Jahr. Es gäbe jedoch kein Grund zur Panik. Die Konsumnachfrage erweise sich bis dato als ziemlich robust. Von Real Deutschland erwartet sich der Konzern 2009 erneut einen positiven Beitrag. Bei Galeria Kaufhof bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes, dass der Bereich kein strategisches Geschäft darstelle. "Wir stehen nicht unter Verkaufsdruck", wiederholte er frühere Aussagen.

Jeder zwanzigste Job in Gefahr

Mittelfristig geht der Konzern weiterhin von einem Umsatzwachstum von mehr als sechs Prozent pro Jahr aus. Das betriebliche Ergebnis (EBIT) vor Sonderfaktoren soll um mehr als acht Prozent zulegen. Der Vorstand hat im Januar einen tiefgreifenden Konzernumbau gestartet (Titel: "Shape 2012"), der die Metro bis 2012 effizienter machen soll. Dabei sollen weltweit 15.000 Stellen wegfallen.

Bei rund 300.000 Mitarbeitern entspricht das jedem zwanzigsten Arbeitsplatz. Zu Metro zählen die gleichnamigen Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende, die Elektronikketten Media Markt und Saturn, der Lebensmittelhändler Real und die Warenhauskette Kaufhof.

Zu diesen schwierigen Zeiten passt, dass vorige Woche bekannt wurde, dass sich Cordes künftig vollständig auf die Führung und den Umbau der Metro Group AG konzentrieren soll. Zuvor war Cordes parallel Vorstandschef beim Metro-Großaktionär Haniel.

Internationale Expansion als Chance - Media Markt geht nach China

Die Metro Group ist mit 2.195 Märkten in 32 Ländern vertreten. Das viertgrößte Handelsunternehmen der Welt hat im vergangenen Jahr erstmals über 60 Prozent seines Umsatzes im Ausland erwirtschaftet und will seine Expansion auch im Jahr 2009 fortsetzen.
 
"Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bieten sich gesunden Unternehmen auch Chancen. Diese werden wir nutzen", sagte Cordes. So wird Media-Saturn künftig auch außerhalb Europas expandieren. Das Unternehmen plant mit der Elektro-Fachmarktkette Media Markt im chinesischen Markt zu starten. Hierfür haben Media-Saturn und die Foxconn Technology Group, der weltweit größte Elektronik- und Computerteilehersteller, eine Absichtserklärung für ein Joint Venture unterzeichnet.
 

Erste Media-Markt-Eröffnung in China für 2010 in Shanghai geplant

Die beiden Partner planen nach einem erfolgreichen Einstieg im bevölkerungsreichsten Land der Erde rasch zu expandieren. Der erste Media Markt in China soll 2010 in der Region Shanghai öffnen. Cordes: "Europas Marktführer für Elektroartikel setzt seinen internationalen Wachstumskurs konsequent fort, um in einer der entscheidenden Regionen der Zukunft signifikante Marktanteile zu gewinnen."

Forcierung von Online-Aktivitäten der Elektrofachmärkte

Media Markt und Saturn sollen zudem in das Onlinehandelsgeschäft starten und konsequent auf eine Multikanal-Strategie setzen, kündigte der Handelskonzern an. Ende 2009 sollen Media Markt und Saturn in den Niederlanden und in Österreich mit ersten Onlineangeboten beginnen.

Basierend auf den Erfahrungen in diesen beiden Ländern folge dann eine Entscheidung über die Einführung des Internethandels in weiteren Media-Saturn-Ländern, zum Beispiel auch in Deutschland. Der genaue Zeitpunkt hierfür stehe noch nicht fest. Ziel ist sei es, das E-Commerce-Angebot von Media Markt und Saturn auf alle Länder, in denen die Vertriebsmarken vertreten sind, auszudehnen.

dpa /Dow Jones Newswires