Die schlechte Umsatzentwicklung bei Media-Saturn belastet die Halbjahresbilanz der Metro. Für das Gesamtjahr korrigiert der Konzern sein Umsatzziel. Es gibt jedoch auch eine positive Überraschung.

Die Metro Group hat ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2011 um 0,1 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro leicht gesteigert. Das betriebliche Ergebnis (EBIT) vor Sonderfaktoren blieb mit 452 Millionen Euro um 3,7 Prozent hinter dem Vorjahreswert (470 Millionen Euro) zurück.

"Trotz widriger Umstände hat sich die Metro Group gut behauptet", sagte der
Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes. "Während Metro Cash & Carry, Real und Galeria Kaufhof ihren Ertrag trotz des schwierigen Marktumfeldes sogar steigern konnten, litt Media-Saturn besonders unter der Kaufzurückhaltung bei Unterhaltungselektronik im stationären Geschäft."

Media-Saturn muss wieder zur Lokomotive werden

Media-Saturn musste - wie bereits berichtet - einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen und schreibt unterm Strich rote Zahlen. "Wir werden die Herausforderungen bei Media-Saturn nun mit Nachdruck angehen und die strategische Neuausrichtung im Hinblick auf das Onlinegeschäft beschleunigen", so Cordes. "Ich erwarte für das zweite Halbjahr, dass Umsatz und Ergebnis von Media-Saturn wieder deutlich anziehen."

Für das Geschäftsjahr 2011 revidiert der Düsseldorfer Handelkonzern seine bisherige Umsatzprognose nach unten: "Zwar hat sich die Wirtschaft weiter erholt, aber die anhaltenden Sorgen um die Schuldenkrise in Europa belasten das Verbrauchervertrauen deutlich", heißt es in der
Foto: Metro Group AG
Foto: Metro Group AG
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Angesichts des "schwierigen und volatilen Marktumfelds" gehe man nunmehr bereinigt um Portfolioänderungen von einem Umsatz über dem Vorjahresniveau aus. Bisher hatte sich das Management ein Umsatzplus von rund 4 Prozent in diesem Jahr zugetraut.

Gewinnziel abhängig von Rahmenbedingungen

 
Allerdings geht die Konzerführung unverändert davon aus, ein Ergebniswachstum vor Sonderfaktoren um rund 10 Prozent erreichen zu können (2010: 2.415 Millionen Euro). Jedoch habe sich das "Chance-Risiko-Profil" für die Erreichung dieses Ziels "nachhaltig verändert", teilt der Konzern mit. Die künftige Entwicklung von Media-Saturn sowie eine Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien entscheidende Faktoren für die Zielerreichung.

Während die schlechte Entwicklung bei Media-Saturn bereits bekannt war und sich die übrigen Vertriebslinien laut Analystenmeinungen im Rahmen der Erwartungen bewegten, überraschte Galeria Kaufhof. Der Warenhauskonzern, über den zuletzt abermals Verkaufsgerüchte kolportiert wurden, konnte das EBIT vor Sonderfaktoren im zweiten Quartal um 11 Millionen Euro verbessern auf eine Minus von 4 Millionen Euro gegenüber minus 15 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
 

Kaufhof Galeria überrascht positiv

Zwar ging der Umsatz von Galeria Kaufhof ging im ersten Halbjahr um 1,8 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zurück. Flächenbereinigt sank der Umsatz jedoch nur um 1 Prozent. In Deutschland verminderte sich der Umsatz im 1. Halbjahr um 2,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro (flächenbereinigt: -1,4 Prozent). Dabei zeigte das 2. Quartal aufgrund des Ostereffekts eine bessere Entwicklung als das 1. Quartal.

Galeria Kaufhof kündigte an, vier Standorte mit Auslaufen der Mietverträge im kommenden Jahr zu schließen. Um die Attraktivität der bestehenden Standorte zu erhöhen, wurden im 1. Halbjahr 2011 insgesamt 17 Filialen umfangreich renoviert. Galeria Kaufhof führte zudem die individuelle Ausrichtung ihrer Filialen an den lokalen Kundenbedürfnissen fort.

In Westeuropa legte der Umsatz im ersten Halbjahr 2011 deutlich um 3,8 Prozent auf 0,2 Milliarden Euro zu. Dabei profitierte das Geschäft weiterhin von einer guten Entwicklung bei Textilien, so die Metro.

Die Börse reagierte empfindlich auf die Metro-Zahlen und den verhaltenen Ausblick des Managements. Die Aktie des Düsseldorfer Konzerns gab im frühen Morgenhandel um knapp 4 Prozent nach.