Deutschlands größter Handelskonzern Metro hat seine Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt - und nennt als Grund das verschlechterte Konsumumfeld in der Eurozone.

Statt des bisher angepeilten Gewinns vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sonderposten auf der Vorjahreshöhe von 2,372 Milliarden Euro stellten die Düsseldorfer am Freitag lediglich ein Ebit von rund 2 Milliarden Euro in Aussicht.

Metro hält allerdings an dem Ziel fest, den Vorjahresumsatz von 66,7 Milliarden Euro zu übertreffen. An der Börse brach der Metro-Kurs kurz nach Bekanntwerden der neuen Prognose um mehr als sieben Prozent ein.

Größere Konsumzurückhaltung spürbar

Das Unternehmen begründet die neue Prognose mit der steigenden Arbeitslosigkeit in der Eurozone sowie mit dem verschärften Konsolidierungskurs zur Eindämmung der Staatsschuldenkrise. Trotz eingeleiteter Maßnahmen zur Umsatz- und Effizienzsteigerung werde der Geschäftsverlauf insbesondere in Süd- und Teilen Osteuropas spürbar beeinträchtigt.

"In vielen Ländern haben sich in den vergangenen Wochen die Bedingungen für unsere Kunden und damit auch für unser Geschäft deutlich verschlechtert. Dies hat zu einer noch größeren Konsumzurückhaltung insbesondere bei Nichtlebensmitteln wie zum Beispiel Unterhaltungselektronik geführt", sagte Vorstandschef Olaf Koch. Auch Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender des gleichnamigen Baumarktkonzerns hatte jüngst die schlechte Konsumstimmung in einigen europäischen Ländern beklagt

Das Unternehmen will Ende Oktober Zahlen für das dritte Quartal 2012 vorlegen. Im zweiten Quartal hatte Metro durch Sondereffekte in dreistelliger Millionenhöhe einen Verlust von 28 Millionen Euro geschrieben. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nahm um 2,5 Prozent auf 314 Millionen Euro zu.

dpa, DH