Stärker als vor der Wirtschaftskrise, noch höheres Tempo bei der Auslandsexpansion: Das große Sparprogramm beim Handelskonzern Metro zeigt erste Wirkungen. Allerdings haben zwei Posten negative Saldi.

Der Handelsriese Metro beschleunigt nach einem Gewinnsprung seine Auslandsexpansion. Der Düsseldorfer Konzern stockt seine Investitionen um 500 Millionen auf 2,2 Milliarden Euro für 2011 auf.

Die Konzerntöchter wollen insgesamt mehr als 110 neue Märkte (2010: 100) eröffnen, teilte Metro am Dienstag zur Bilanzvorlage mit. Schwerpunkte seien China, Indien und Russland. Im kommenden Jahr werde die Metro-Großhandelstochter zudem in Indonesien starten.

Halbzeit des Konzernumbaus

Der größte deutsche Handelskonzern erzielte 2010 dank eines milliardenschweren Sparprogramms (Shape 2012 genannt) einen Gewinnsprung. Der Überschuss stieg um 80 Prozent auf 936 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen eine höhere Dividende von 1,35 Euro je Stammaktie (Vorjahr: 1,18 Euro) erhalten. Der Konzernumsatz nahm um 2,6 Prozent auf gut 67 Milliarden Euro zu.

Vorstandschef Eckhard Cordes erklärte, Metro sei bereits zur Halbzeit des Konzernumbaus stärker als vor der Wirtschaftskrise. "So wie das Wetter draußen, ist auch die Stimmung des Vorstands", sagte Cordes angesichts des sonnigen Tages.

Als einzige Metro-Töchter weisen Media Markt und Saturn 2010 einen Ergebnisrückgang aus. Durch den Rückzug von Saturn aus Frankreich ging das operative Ergebnis der Elektronikketten um fast ein Fünftel auf knapp 500 Millionen Euro zurück.

Die Metro-Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende, der Lebensmittelhändler Real und die Warenhauskette Kaufhof steigerten dagegen ihr operatives Ergebnis jeweils deutlich - und sechsten Mal in Folge, wie Cordes betonte. "Kaufhof ist eines der erfolgreichsten Warenhäuser Europas", sagte der Konzernchef.

3.000 Mitarbeiter weniger

Die Mitarbeiterzahl des Konzerns ging 2010 weltweit um rund 3.000 auf 283.300 zurück. Beim Konzernumbau wurden nach früheren Angaben binnen zwei Jahren weltweit rund 19.000 Arbeitsplätze in Verwaltung und Läden abgebaut. Durch neue Märkte und Angebote seien gleichzeitig anderswo aber auch etwa ebenso viele neue Stellen geschaffen worden.