Die Metro verkauft 30 Makro-Großhandelsmärkte auf den britischen Inseln an die Booker Group. In einer "strategischen Partnerschaft" wollen die beiden Unternehmen verbunden bleiben.   

Während sein Vorgänger zahlreiche Verkäufe von Unternehmensteilen ankündigte, setzt der neuen Metro-Vorstandsvorsitzende Olaf Koch einen ersten Verkauf ohne lange Vorankündigungen in die Tat um: Die Metro Group und die Booker Group haben heute per Pressemitteilung bekanntgegeben, das britische Großhandelsgeschäft der Metro (Makro Self Service Wholesalers) mit Booker zusammenzulegen, um eine strategische Partnerschaft auf dem britischen Markt zu bilden.

Die Booker Group wird alle 30 Großmärkte sowie die gesamten operativen Vermögenswerte von Makro UK (Manchester) erwerben. Im Gegenzug erhält die Metro 9,99 Prozent des gegenwärtig ausgegebenen Aktienkapitals von Booker. Zusätzlich erhält der Düsseldorfer Handelskonzern  eine Barzahlung von 15,8 Millionen Pfund (rund 19,7 Millionen Euro).

Den richtigen Käufer für das unbefriedigende Geschäft

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Aktionäre der Booker Group und soll voraussichtlich Ende Juli abgeschlossen werden. "Beide Unternehmen erwarten eine zusätzliche Wertsteigerung durch einen intensiven Kompetenz-Austausch", heißt es in der Presseerklärung.

"Die Unternehmen ergänzen sich perfekt, da sich Booker auf Catering-Unternehmen und unabhängige Einzelhändler konzentriert, während sich Makro mit seinem Selbstbedienungsgroßhandel auf Hotels, Restaurants sowie kleine Dienstleistungsfirmen fokussiert", sagte Charles Wilson, CEO von Booker. "Gemeinsam werden wir eine größere Auswahl zu besseren Preisen anbieten können."

"Mit der Booker Group haben wir den richtigen Käufer für unser britisches Geschäft gefunden, das eine für uns unbefriedigende Entwicklung gezeigt hat. Booker ist auf dem britischen Markt sehr gut positioniert. Daher sind wir überzeugt, dass das neu aufgestellte Unternehmen alle Voraussetzungen für den künftigen Erfolg in Großbritannien erfüllt", schilderte Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der Metro Group AG, die Beweggründe der Düsseldorfer für den Verkauf.

Langfristige Partnerschaft beabsichtigt

Die Verkaufstransaktion hat nach Unternehmensangaben einen Wert von insgesamt 139,7 Millionen Pfund (174 Millionen Euro; basierend auf dem Schlusskurs der Booker-Aktie von 79,1 Pence am 29. Mai 2012). Die Metro betonte, ihre Beteiligung an Booker über die Sperrfrist von zwölf Monaten hinaus zu halten und damit ein bedeutender Anteilseigener von Booker zu bleiben.

Ziel sei eine strategische Partnerschaft zu bilden. Neben einem allgemeinen "Kompetenz-Austausch" sondiere man derzeit weitere Kooperationsmöglichkeiten in den Bereichen Sortiment, Einkauf, Lieferkette, Marketing, Eigenmarken und Kundenservice. Booker plant, die Marke Makro bis auf Weiteres beizubehalten.