Im ersten Quartal konnte die Metro Group ihre Verluste bei nahezu stabilen Umsätzen reduzieren. Die zentrale C&C-Sparte soll neu ausgerichtet werden. Metro-Chef Koch kündigt einen "Frühjahrsputz" an.

Die Metro Group erlöste im ersten Quartal 2013 einen Umsatz von insgesamt 15,5 Milliarden Euro, was einem Rückgang um 0,9 Prozent im Vorjahresvergleich entspricht. Bereinigt um die Verkäufe von Makro Cash & Carry im Vereinigten Königreich, Real in Osteuropa und Media Markt in China erhöhte sich der Umsatz in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 0,7 Prozent.

Das EBIT vor Sonderfaktoren lag nach Angaben des Düsseldorfer Handelskonzerns bei 14 Millionen Euro nach einem Minus von 8 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Zu diesem Anstieg trugen insbesondere Ergebnisverbesserungen bei Media-Saturn, Real und dem Segment "Sonstige" bei. Bei Cash & Carry sank das EBIT. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) betrug im ersten Quartal minus 125 Millionen Euro (Vorjahresquartal:  minus 130 Millionen Euro).

Koch sieht sich in schwierigem Umfeld auf Kurs

"Wir sind im Grunde genommen sehr ordentlich in das Jahr gestartet", sagte Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der Metro AG, in einer telefonischen Pressekonferenz am heutigen Donnerstag. "Die Kaufkraft unserer Kunden ist in vielen Ländern durch die schwache Konjunktur weiterhin beeinträchtigt. Dennoch haben wir unser Ergebnis verbessert und unseren Umsatz im Vorjahresvergleich stabil gehalten".

Quelle: Metro Group AG
Quelle: Metro Group AG
"Dies zeigt, dass die von uns auf breiter Front angestoßenen Veränderungen Schritt für Schritt zu greifen beginnen. Besonders deutlich ist dies an der Entwicklung in unserem Heimatmarkt Deutschland abzulesen, wo wir beim Umsatz erneut flächenbereinigt gewachsen sind", so Koch. Insbesondere mit der Entwicklung in Deutschland zeigte sich der Metro-Vorstandschef zufrieden: "Wir konnten uns in drei von vier Vertriebslinien gut entwickeln."

In Deutschland stieg der Umsatz der Metro Group in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 1 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. "Dabei wurde der durch drei fehlende Verkaufstage sowie die lang anhaltende kalte Witterung negative Umsatzeffekt auch durch das frühere Ostergeschäft überkompensiert", erläutert Koch. Das Sorgenkind Real, aber auch Media-Saturn und Galeria Kaufhof erzielten ein flächenbereinigtes Umsatzwachstum.

C&C-Geschäft soll neu ausgerichtet werden - Konzentration auf Lebensmittel

Das wichtige Cash&Carry-Großhandelsgeschäft soll strategisch neu ausgerichtet werden: "Wir werden die Gastronomie-Konzepte und das Belieferungsgeschäft stärken und ausbauen. Wir waren hier in der Vergangenheit zu zögerlich im Umbau und zu unklar in den Führungsbotschaften", räumte Olaf Koch ein und kündigte eine Vielzahl von personellen und organisatorischen Maßnahmen für die C&C-Sparte an. Das Non-Food-Geschäft in den Großmärkten soll zwar nicht aufgegeben, aber deutlich reduziert werden.

Quelle: Metro Group AG
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"Produkte mit geringer Umschlagsgeschwindigkeit werden wir aussortieren und die Sortimente bereinigen. Wir werden uns auf Lebensmittel konzentrieren und stärker herausstellen, dass wir hier ein einzigartiges Konzept haben", so Koch. Eine Trendumkehr bei der bislang negativen Umsatzentwicklung will der Metrochef noch in diesem Jahr erreichen.

Nach Auffassung des Managements entwickelt sich der Onlinehandel des Konzerns "sehr dynamisch": Bei Media-Saturn legte der Online-Umsatz um 60,6 Prozent auf 281 Millionen Euro zu und erreichte damit erstmals einen Anteil von mehr als 5 Prozent am Gesamtumsatz von Media-Saturn. Galeria Kaufhof habe den Online-Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal mehr als verdoppelt, kommt aber derzeit erst auf einen Anteil von 1 Prozent des Gesamtumsatzes.

Am bisher mitgeteilten Ausblick für das Gesamtjahr 2013 hält das Metro-Management fest: Für das Rumpfgeschäftsjahr 2013 (1. Januar bis 30. September 2013) erwartet das Unternehmen bereinigt um Portfolioänderungen ein moderates Umsatzwachstum. Beim EBIT vor Sonderfaktoren wird ein Wert oberhalb des Vorjahreszeitraums (706 Millionen Euro) erwartet. Dabei geht das Unternehmen von höheren Erträgen aus Immobilienverkäufen als im Vorjahreszeitraum aus. Operativ erwartet der Konzern eine Entwicklung unterhalb des Niveaus der ersten 9 Monate 2012 - auch aufgrund fehlender sportlicher Großereignisse.