Deutschlands größter Handelskonzern hält an Jahreszielen fest. Im dritten Quartal stiegen Umsatz und Ergebnis. C&C-Großhandel baut Stellen ab.

Das Düsseldorfer Unternehmen steigerte im dritten Quartal Umsatz und operativen Gewinn jeweils um mehr als sechs Prozent. Allerdings werden erste Auswirkungen der Finanzkrise auf das Verbraucherverhalten sichtbar: Bei den Elektronikketten Media Markt und Saturn ging der operative Gewinn im dritten Quartal zurück.

Das Großhandelsgeschäft in Deutschland wird neu geordnet, mehrere hundert Stellen werden gestrichen. Konzernchef Eckhard Cordes hält die Jahresziele 2008 trotz der schlechteren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin für erreichbar.

Kürzung bei Investitionen

Auch die Investitionen für den Gesamtkonzern werden entgegen der ursprünglichen Planung nicht gesteigert. "Wir steigern nicht", sagte Cordes. Die Aussichten auf 2009 seien unklar wie bei einer "Nebelwand".

Die Investitionsplanung des Konzerns werde nicht gleichmäßig für alle Posten wie mit einem Rasenmäher gekürzt. Für 2009 geht die Metro nun von Investitionen in Höhe von ungefähr 2 Milliarden Euro aus. Für das laufenden Jahr waren 2,2 Milliarden Euro an Investitionen geplant.

Kaufhof schreibt schwarze Zahlen

Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal um 6,7 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro, teilte die Metro AG am Donnerstag. Der operative Gewinn (Ebit) nahm um 6,3 Prozent auf 361 Millionen Euro zu. Unter dem Strich verdiente der Düsseldorfer Konzern 214 Millionen Euro. Im dritten Quartal 2007 hatten negative Steuereffekte zu 40 Millionen Euro Verlust geführt. "Die Metro Group zeigt Stärke in einem schwierigen Umfeld", betonte Cordes.

Im deutschen Heimatmarkt stieg der Konzernumsatz um 2,4 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Die Lebensmitteltochter Real senkte ihren operativen Verlust. Die zum Verkauf stehende Warenhaustochter Kaufhof schrieb schwarze Zahlen.

Wachstumsziel bleibt

Die Auswirkungen der Finanzkrise auf Absatz, Beschaffung und Refinanzierung seien schwer abzuschätzen, teilte die Metro AG weiter mit. Das Wachstumsziel für das Gesamtjahr 2008 beim operativen Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren sei weiter erreichbar. Er soll um 6 bis 8 Prozent steigen. Dabei werden unter anderem ein Steuereffekt bei der verkauften Supermarktkette Extra und Aufwendungen für die Straffung des Real-Ladennetzes in Deutschland bereinigt.

Einzelne Analysten hielten im Vorfeld der Veröffentlichung der neuen Quartalszahlen eine Gewinnwarnung des Handelsriesen für möglich. Beim Umsatz für 2008 erwartet die Metro AG weiterhin ein Plus von mehr als 6 Prozent.