Vor einigen Monaten hatte die Metro Group noch Interesse an 60 Karstadt-Filialen signalisiert. Davon ist bei Konzernchef Cordes nicht mehr viel übrig geblieben. Schuld daran ist der Insolvenzplan für Karstadt.

Der Handelskonzern Metro Group sieht keine Chancen mehr für eine große Warenhaus-Ehe seiner Tochter Kaufhof mit dem Konkurrenten Karstadt. "Ich gehe nicht davon aus, dass wir Filialen von Karstadt in unseren Kaufhof integrieren werden", sagte Vorstandschef Eckhard Cordes heute auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf.

Metro sei bekanntermaßen nicht in den Bieterprozess involviert, und der Insolvenzverwalter von Karstadt wolle das Unternehmen nach wie vor als Ganzes verkaufen. Das komme für die Metro nicht in Frage. Deshalb sei man beim Verkaufsprozess nicht dabei, betonte Cordes.

Keinen Einblick in die Bücher

Die Metro Group hatte im vergangenen Jahr noch vor der Insolvenz von Karstadt Interesse an bis zu 60 Filialen bekundet. Inzwischen könne er aber gar nicht mehr sagen, ob er überhaupt noch Interesse an den Karstadt-Filialen habe, gab Cordes zu. Denn Metro habe keinen Einblick in die Karstadt-Bücher und wisse nicht wie sich der Konkurrent entwickelt.

Der Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Huberg Görg hatte zuletzt angekündigt, Karstadt als Ganzes bis Ende April zu verkaufen. Für die insolvente Warenhauskette soll es laut Görg sechs ernsthafte Interessenten geben.