Vergangene Woche stellte Metro mäßige Bilanzzahlen vor, heute folgt die Reaktion darauf: Der größte deutsche Handelskonzern plant einen erheblichen Personalabbau - und will gewaltig Kosten sparen.

Der Handelskonzern rechnet bei seinem drastischen Sparprogramm mit einem Abbau von etwa 15.000 Arbeitsplätzen weltweit. Das verlautete am Dienstag in Düsseldorf aus Konzernkreisen. Von den 15.000 Stellenstreichungen seien etwa 4.000 bereits durch verschiedene Maßnahmen bekannt.

Die Personalreduzierungen sollen soweit wie möglich durch das Nichtbesetzen freiwerdender Stellen erfolgen, teilte der Konzern am Dienstag in Düsseldorf mit. Eine Zahl zu den Stellen, die wegfallen sollen, nannte der Handelsriese jedoch nicht. Die Metro AG will bis 2012 rund 750 Millionen Euro einsparen.

"Rahmenbedingungen drastisch verschlechtert

"2008 war ein herausforderndes Jahr für den Handel. Die konjunkturellen Rahmenbedingungen haben sich im Verlauf des vierten Quartals weiter drastisch verschlechtert", sagte Dr. Eckhard Cordes, Vorstandsvorsitzender der Metro AG vorige Woche, als der Konzern seine Bilanz für 2008 vorgestellt hatte.

Und schon heute präsentiert Metro seine Reaktionen darauf: Personalabbau und Steigerung der Produktivität durch neue Strukturen. Das "Ergebnisverbesserungspotenzial" wurde auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2012 beziffert. Zur Metro AG gehören die gleichnamigen Großhandelsmärkte, die Elektronikketten MediaMarkt und Saturn, der Lebensmittelhändler Real und die Kaufhof-Warenhäuser. Gerade die Warenhäuser schwächeln seit langer Zeit und belasten das Ergebnis.

Mit Shape gegen die Krise

Wie will der Handelskonzern nun gegen die Krise ankämpfen? "Die Metro Group startet mit 'Shape 2012' ein umfassendes Effizienz- und Wertsteigerungsprogramm", heißt es in einer Erklärung. Im Kern sollen die Strukturen des Konzerns sollen vereinfacht werden. "Das bis 2012 angestrebte Ergebnisverbesserungspotenzial beläuft sich auf 1,5 Milliarden Euro", teilt die Metro AG mit.

Davon entfalle etwa die Hälfte auf Kosteneinsparungen, die andere Hälfte soll durch "Produktivitätsverbesserungen und andere ergebnissteigernde Maßnahmen" erreicht werden. Zudem heißt es: "Die neue Struktur erweitert den Handlungsspielraum der Mitarbeiter im operativen Geschäft und versetzt die Vertriebslinien in die Lage, flexibel, schnell und in ungeteilter Verantwortung auf die sich kontinuierlich wandelnden Bedürfnisse ihrer Kunden einzugehen". Daneben sollen mit "Shape 2012" jene Bereiche, die für die Steuerung und Kontrolle des Konzerns relevant sind, stärker zentralisiert, werden.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Metro-Chef Cordes eine Decklung des Investitionsbudgets auf 1,6 Milliarden Euro angekündigt. 

Nebelwand hat sich gelichtet

Noch im November hatte er sich vorsichtig zu den Prognosen für das Jahr 2009 geäußert. "Ich bin kein Hellseher, aber ich rechne nicht mit einem Einbruch", prognostizierte der Vorstandschef. "Es wird nicht fantastisch, aber auch nicht katastrophal." Nach den aktuellen Maßnahmen muss davon ausgegangen werden, dass Cordes doch mit Schlimmerem rechnet. Die Nebelwand hat sich gelichtet.