Der Verkauf der insolventen Warenhauskette Karstadt beginnt: Beim Insolvenzverwalter haben sich dreißig Bewerber gemeldet, das Interesse von Metro stößt aber auf große Skepsis.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, es seien erste Kontakte zu den inzwischen rund dreißig Interessenten aufgenommen worden. Er bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Görg zeigte sich überzeugt, die noch 120 Karstadt-Filialen erhalten zu können. Die Kaufhof-Mutter Metro Group erneuerte ihr Interesse. Der Beauftragter des Arcandor- Insolvenzverwalters für Karstadt, Rolf Weidmann, warnte aber vor einem Verkauf an Metro. Dann werde es zu Massenentlassungen kommen.

Insolvenzverwalter: Bis zu 25.000 Jobs in Gefahr

Die Kaufhof-Mutter Metro sowie die Otto-Gruppe hatten schon früh Interesse an Teilen der Karstadt-Kette signalisiert. Weidmann, der Beauftragter des Arcandor-Insolvenzverwalters für Karstadt ist, rechnet mit Massenentlassungen, falls Metro den Zuschlag bekommen sollte.

Er rechnet mit dem Verlust von 20.000 bis 25.000 Arbeitsplätzen sowohl bei Karstadt als auch bei Kaufhof, da Metro voraussichtlich viele Doppelstandorte schließen würden, sagte Weidmann der "WirtschaftsWoche".

Metro-Chef: Karstadt als Ganzes hat keine Perspektive

Karstadt sei stabil, auch das Weihnachtsgeschäft laufe ordentlich. Eine Zerschlagung sei unnötig und unsinnig. Sollte es doch dazu kommen, geht Weidmann davon aus, dass nur 20 bis 30 Häuser einen Abnehmer finden.

Dagegen sagte Metro-Chef Eckhard Cordes der "Bild"- Zeitung (Montagausgabe), die Warenhauskette als Ganzes habe keine wirtschaftliche Zukunft: "Wir glauben nicht, dass es für Karstadt als Ganzes eine wirtschaftliche Perspektive gibt". Metro bleibe interessiert an einer "nennenswerten Anzahl von Häusern". Ein Angebot werde erst nach Bücher-Einsicht unterbreitet.

"Es geht nur im Paket"

Zunächst will Görg prüfen, wie viele der Interessenten wirklich ernst zu nehmen sind. Im Januar dürften diese in die Bücher schauen, schreibt "Der Spiegel".

Görgs Sprecher Thomas Schulz sagte, Ziel sei es, bis Anfang des zweiten Quartals 2010 zu einem Abschluss zu kommen. Der Verkauf einzelner Filialen sei kompliziert, riskant und damit nicht machbar. "Es geht nur im Paket", betonte Schulz.

Weitere Informationen zum Thema Karstadt

Klicken Sie hier für eine Reportage über mehr als 50 Karstadt-Filialen bundesweit.

Eine Bildergalerie mit über 50 Karstadt-Filialen in der ganzen Bundesrepublik finden Sie hier.