Der neue Metro-Chef Olaf Koch zeigt sich im Rechtsstreit mit Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals in einem Zeitungsinterview kompromissbereit. Den Weg durch die Instanzen beschreitet er gleichwohl weiter.

Im Machtkampf um die Elektronikketten Media Markt und Saturn will der neue Metro-Chef Olaf Koch die Wogen glätten. "Es ist sicherlich besser, mit guten Geschäften für Schlagzeilen zu sorgen als mit juristischen Auseinandersetzungen", sagte Koch im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag).

"Die Dinge müssen geklärt werden, aber am besten so sachlich und diskret wie möglich", fügte Koch hinzu, der seit Anfang des laufenden Jahres Metro-Vorstandsvorsitzender ist.

Der Rechtsstreit mit Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals um Vetorechte geht mit einem Berufungstermin beim Oberlandesgericht München am 21. Juni in eine neue Runde. Im März 2011 rief der damalige Metro-Chef Eckhard Cordes einen Beirat für Media-Saturn ins Leben, der Beschlüsse künftig mit einfacher Mehrheit fassen sollte.

Kellerhals befürchtet, dass Vetorechte der Minderheitsgesellschafter ausgehebelt werden. Die Metro besitzt zwar gut 75 Prozent an Media- Saturn, in der Gesellschafterversammlung sind aber über 80 Prozent nötig. Kellerhals hält 21,6 und Mitgründer Leopold Stiefel 3 Prozent.

Erstinstanzlich sahen sich die Kontrahenten beide als Gewinner

In der ersten Instanz vor dem Landgericht Ingolstadt im Oktober sahen sich beide Seiten als Gewinner. Cordes hielt schnellere Entscheidungen für möglich, weil das Gericht den Beirat für Europas führende Elektronikketten nicht kippte und dort Entscheidungen in der Regel mit einfacher Mehrheit möglich seien. Dagegen sahen die Anwälte von Kellerhals die Minderheitsrechte gewahrt. Über welche Fragen der Beirat entscheide, müsse im Streitfall ein Schiedsgericht klären.

Unterdessen beweisen Koch und Kellerhals Handlungsfähigkeit bei
Media-Saturn: Der Metro-Manager Georg Mehring-Schlegel wurde zum kommissarischen Finanzvorstand der Elektronikketten berufen. Einen entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland" bestätigte ein Metro-Sprecher am Dienstag. Ende April hatte der bisherige Finanzchef Rolf Hagemann die Media-Saturn-Holding auf eigenen Wunsch verlassen. Er war zugleich auch Vize-Chef der Elektronikketten.

Operative Zusammenarbeit nicht vom Streit betroffen

Koch machte auch in dem Zeitungsinterview mit der FAZ deutlich, dass der Rechtsstreit nicht das Tagesgeschäft von Media-Saturn blockierte. Die operative Zusammenarbeit funktioniere "absolut professionell", unterstrich er. Auf die Frage, ob er kompromissbereit sei, sagte der Metro-Chef: "Ich bin grundsätzlich ein Anhänger sachlicher Lösungen. Ich bin nicht da, um Konflikte in die Welt zu setzen." Im Umfeld von Kellerhals wurde aber darauf verwiesen, dass es keine Anzeichen gebe, dass die Metro ihre Berufung zurückzieht.