Beim Karstadt-Vermieter Highstreet spielt auch Mezzanine-Kapital eine Rolle. Nach dpa-Informationen sind rund 1,4 Milliarden Euro dieser Kapitalform in das britische Konsortium geflossen. Aber was ist das genau?

Das sogenannte Mezzanine-Kapital (aus dem italienischen Wort für Zwischengeschoss) ist eine Finanzierung, die zwischen Fremd- und Eigenkapital liegt. Banken oder andere Geldgeber stellen einem Unternehmen flüssige Mittel zur Verfügung, beteiligen sich aber nicht direkt an der Firma - sie haften also auch nicht voll.

Andererseits sind sie auch keine regulären Gläubiger, da sie kein "normales" erstrangiges Darlehen vergeben. Dementsprechend sind ihre Darlehen in der Regel auch nicht direkt mit Vermögenswerten wie Immobilien besichert.

Ihre Mezzanine-Finanzierung ist nachrangig. Im Fall einer Insolvenz werden sie also erst nach den klassischen Gläubigern wie Banken, die Kredite vergeben haben, bedient.

Verschiedene Formen

"Es gibt etliche verschiedene Formen des Mezzanine-Kapitals", sagt Finanzwissenschaftler Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim. Das sei nichts außergewöhnliches.

So bietet etwa auch die staatliche KfW-Bank zur Unterstützung von Mittelständlern sogenannte Mezzanine-Finanzierungen an. "Weil solche Geldgeber ein Risiko eingehen, werden ihnen allerdings in der Regel höhere Zinsen zugesichert", sagt Burghof.

Darauf bestünden die Mezzanine-Gläubiger dann aber auch und könnten dementsprechend eine wichtige Rolle im Karstadt-Insolvenzverfahren spielen.