Der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff bereitet eine Schadenersatzklage gegen Insolvenzverwalter Görg vor. An diesem Mittwoch beginnt erst einmal der Prozess gegen ihn.

"Wir bereiten eine Schadenersatzklage vor", sagte Middelhoff-Anwalt Winfried Holtermüller der Nachrichtenagentur dpa. Es müsse noch die genaue Höhe errechnet werden. Es wäre die zweite Klage gegen Görg. Der Ex-Chef von Arcandor - jene Holding, zu der Karstadt einst gehört hat - verklagt bereits den Insolvenzverwalter wegen Betrugs.

An diesem Mittwoch wird der Schadenersatzprozess gegen Middelhoff und andere ehemalige Konzernmanager eröffnet. Kläger ist in diesem Fall wiederum Görg, der den 54-Jährigen sowie zehn weitere frühere Arcandor-Verantwortliche auf insgesamt 175 Millionen Euro verklagt.

Dieser Schaden sei Arcandor unter anderem durch Immobiliengeschäfte mit den Esch-Oppenheim-Fonds entstanden, lautet der Vorwurf.

Vorwürfe an die Adresse des Insolvenzverwalters

Der "Bild"-Zeitung zufolge sagte Middelhoff zu seiner zweiten Gegenklage gegen Görg: "Er hat gegen die prozessualen Wahrheitspflichten verstoßen und wird sich dafür zur Verantwortung ziehen lassen müssen. Ebenso übrigens für den wirtschaftlichen Schaden, der mir durch sein Handeln entstanden ist."

Der Ex-Manager wies gegenüber der Zeitung vor allem die Beschuldigungen wegen seines "Führungsstils nach Gutsherrenart" zurück, wie es Görg ausgedrückt habe.

Klagen über Klagen

Seit der Arcandor-Pleite wird Middelhoff mit Klagen überhäuft. Im Zusammenhang mit dem Konzern-Zusammenbruch ermittelt die Staatsanwaltschaft aber auch gegen Oppenheim Esch.

Jüngst hat außerdem die Quelle-Erbin und Arcandor-Investorin Madeleine Schickedanz eine Schadenersatzklage gegen Vermögensberater Josef Esch angekündigt. Der wiederum hat eine Mitschuld an deren Millionen-Verlusten bei Arcandor zurückgewiesen.