Ob Metro, Carrefour oder Tesco - der starke Schneefall während der wichtigen Weihnachtssaison 2010 vermieste die Quartalsergebnisse von Handelskonzernen europaweit.

Douglas-Chef Henning Kreke hat bereits einen Wunsch für Weihnachten 2011 ausgesprochen: "Einen solch verschneiten Dezember möchten wir nicht nochmal erleben", sagte der Vorstandschef des Hagener Handelskonzerns unlängst auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens.

Mit den wetterbedingten Problemen im Weihnachtsgeschäft ist Douglas nicht allein: Auch Frankreichs größter Einzelhändler Carrefour hat wie viele seiner Konkurrenten im Weihnachtsgeschäft unter dem starken Schneefall gelitten, der die Kauflaune vieler Konsumenten spürbar vermieste.

Der Umsatz ohne die Erlöse aus dem Benzinverkauf sei im vierten Quartal auf vergleichbarer Basis lediglich um 0,3 Prozent auf 25 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Inklusive der Benzinverkäufe, neuer Läden und nach Währungseffekten legte der Umsatz um 5,1 Prozent auf 27,1 Milliarden Euro zu. 2010 setzte Carrefour insgesamt 101 Milliarden Euro um, das waren knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch Metro spricht vom Wetter

Am Dienstag hatte der deutsche Handelskonzern Metro Umsatzdaten vorgelegt, die trotz Rekordumsatz aus Sicht vieler Aktienanalysten eher enttäuschend waren. Schuld daran war auch hier das schwierige vierte Quartal 2010.

In den letzten drei Monaten 2010 sank der Metro-Umsatz in Deutschland um 2,6 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Die Umsatzentwicklung sei im Weihnachtsgeschäft "von schwierigen Witterungsverhältnissen stark beeinträchtigt gewesen", teilte das Unternehmen mit.

Tesco-Umsätze wachsen nur minimal

Der harte Winter hat auch dem britischen Lebensmittelhändler Tesco zugesetzt. Laut der Tageszeitung "The Guardian" erlebte Tesco 2010 "die schlechtesten Weihnachten seit Anfang der neunziger Jahre".

Der erfolgsverwöhnte Supermarktbetreiber erzielte auf dem Heimatmarkt Großbritannien nur ein Umsatzplus von 0,6 Prozent im vierten Quartal 2010. Analysten hatten mit einem Wachstum von 1,7 Prozent gerechnet.

Marcelo Crescenti mit Material von dpa