Jahrelang kannten die Mieten in den deutschen Einkaufsstraßen nur eine Richtung: Nach oben. Nun scheint in den meisten Städten der Schlusspunkt erreicht.

In den meisten deutschen Städten haben sich die Mieten auf dem Vorjahresniveau stabilisiert. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Retailmarkt-Analyse von BNP Paribas Real Estate.
Bei den Kaufpreisen war im Jahresvergleich dagegen noch eine Steigerung zu verzeichnen.
Demnach hat sich die Spitzenmiete in 45 der insgesamt 64 unter die Lupe genommenen Städte nicht verändert. An 7 Standorten hat sie noch einmal leicht zugelegt, so verzeichnete Düsseldorf einen leichten Anstieg um knapp 2 Prozent. 12 Standorte verzeichneten in den sogenannten 1a-Lagen leicht rückläufige Höchstmieten, darunter Frankfurt mit einem Rückgang um 2 Prozent.

Vertikale Händler gewinnen an Macht

Der Grund liege unter anderem am veränderten Käuferverhalten durch den wachsenden Onlinehandel, dem zunehmenden Einfluss vertikaler Händler wie H&M, Inditex und Primark sowie dem höheren Anspruchsdenken der Kunden an den stationären Handel, schreiben die Immobilien-Experten. Diese Faktoren führten im Ergebnis zu sinkenden Frequenzen und stagnierenden Umsätzen in den 1A-Lagen.

Kaufpreise: Größter Sprung in Berlin. Foto: Sascha Reisüber/pixelio.de
Kaufpreise: Größter Sprung in Berlin. Foto: Sascha Reisüber/pixelio.de


An den Top-7-Märkten bleibt München Spitzenreiter mit 370 Euro pro Quadratmeter (€/m²). für einen idealtypischen 100-Quadratmeter-Standardshop, gefolgt von Berlin mit 310 €/m². Frankfurt konnte die Höchstmiete zwar nicht halten, ist mit 305 €/m² aber immer noch unter den Top 3. Auf dem vierten Platz folgt Düsseldorf mit 285 €/m² und setzte sich damit vor Hamburg und Köln, wo jeweils 280 €/m² zu verzeichnen sind. Schlusslicht unter den Big Seven ist Stuttgart mit 275 €/m². Auch in Leipzig hat sich die Spitzenmiete stabil entwickelt und liegt unverändert bei 120 €/m².

Investoren drängen weiter in Top-Lagen

Highstreet Investments zählten auch im Jahr 2015 zu den gefragtesten Anlageklassen. Insgesamt flossen mehr als 3,9 Milliarden Euro in Deutschlands Einkaufslagen und damit fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Die starke Nachfrage und der damit einhergehende Wettbewerb unter den Investoren haben deshalb die Preise weiter steigen lassen.

Bei den Kaufpreisen für Geschäftshäuser in den bestfrequentierten Lagen der großen Einkaufsstraßen bleibt München der teuerste deutsche Standort. Den größten Sprung hat die Hauptstadt Berlin gemacht, die sich mittlerweile auf Rang zwei geschoben und Hamburg auf Platz drei verdrängt hat. Dahinter folgen gleichauf Frankfurt, Düsseldorf und Köln.