Die Schweizer Handelsgenossenschaft Migros steigerte den Umsatz 2010 um magere 0,3 Prozent. Freude bereitete den Eidgenossen der Lebensmittelversender LeShop.ch sowie der steigende Bio-Absatz.

Die Schweizer Handelsgruppe Migros sieht sich auf gutem Kurs: Trotz zahlreichen Preisabschlägen und währungsbedingten Umsatzrückgängen im Reisegeschäft ist der Umsatz der Migros-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent auf gut 25 Milliarden Schweizer Franken (rund 19,4 Milliarden Euro) gestiegen, meldet das Unternehmen.

Der gesamte "Detailumsatz" (ohne Mehrwertsteuer), also dem Einzelhandelsumsatz, belief sich demnach 2010 auf 21,202 Milliarden Schweizer Franken – ein Plus von 0,8 Prozent. Bei einem Preisrückgang ("Minusteuerung") von 2,1 Prozent entspreche das einem realen Wachstum von 2,9 Prozent.

"Wir sind mit dem vergangenen Geschäftsjahr sehr zufrieden", sagte Herbert Bolliger, Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB). "Dank den noch günstigeren Preisen und der hohen Qualität haben die Konsumenten vermehrt bei der Migros eingekauft. Das zeigen die höheren Kundenfrequenzen und die größeren Absatzmengen."

Lebensmittelversender LeShop legte deutlich zu

Zu den Umsatzgewinnern der Migros-Gruppe zählen der Lebensmittelversender LeShop.ch mit einem Rekordumsatz von 151,1 Millionen Franken – das entspricht einem Plus von 15 Prozent.

Die Warenhauskette Globus legte um 2,7 Prozent auf 817 Millionen Franken zu. Die Fachhandelstochter SportXX konnte sich über ein Umsatzplus von 6 Prozent und die Möbelkette Micasa über ein Plus von 4 Prozent freuen.

Die Discountertochter Denner legte um 0,8 Prozent auf 2,784 Milliarden Franken zu. Die Energie-Dienstleistertochter des Händlers namens Migrol konnte den Umsatz um 9,1 Prozent auf gut 1,7 Milliarden Franken steigern.

Doch es gibt auch Handelstöchter, die schwächeln: Der Umsatz der Einrichtungskette Interio ging zum Beispiel 2010 um 1,9 Prozent auf 257 Millionen Franken zurück. Auch beim Medien-Onlineshop Ex Libris mussten die Schweizer einen Umsatzrückgang von einem Prozent auf 191 Millionen Franken verbuchen.

Bio boomt in der Schweiz

Der Einzelhändler beobachtete zudem, dass Produkte mit sozialem und ökologischem Mehrwert 2010 überdurchschnittlich zulegten. "Die 2010 lancierte Bio-Kampagne hat zu einem sehr erfreulichen Umsatzwachstum geführt und die Nachfrage nach Bio-Produkten im Vergleich zum Vorjahr markant erhöht", heißt es in einer Pressemitteilung.

So sei der Umsatz mit Bio-Produkten um 14 Prozent auf 407 Millionen Franken gestiegen, was zu einem deutlichen Marktanteilsgewinn geführt habe. MSC, das Label für nachhaltigen Fischfang, finde bei den Kunden ebenfalls Anklang: Der Umsatz erhöhte sich 2010 um 25 Prozent auf 50 Millionen Franken.

Auch die "guten" Label Max Havelaar (Fairtrade), FSC und Bio-Baumwolle (Migros Bio Cotton) haben demnach 2010 gut abgeschnitten.

Die Bilanzpressekonferenz des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) findet Ende März 2011 in Zürich statt.