Die führenden Schweizer Lebensmittelhändler blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2008 zurück: Sowohl Migros als auch Coop erzielten zweistellige Umsatzsteigerungen.

Bei Migros kletterte der Konzern-Umsatz um bis zu 15 Prozent, sagte Unternehmenschef Herbert Bollinger am Dienstag und bezeichnete 2008 als eines der besten Jahre in operativer Hinsicht.

Allerdings müssten beim Gewinn wegen der Finanzmarktkrise Abstriche gemacht werden. Laut Bollinger sei die hauseigene Migros-Bank von den weltweiten Turbulenzen auf dem Finanzmarkt betroffen.

Coop wächst gewaltig

Auch die Schweizer Coop-Gruppe steigerte ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf über 18 Milliarden Schweizer Franken (rund 12 Milliarden Euro). Allerdings ist dieser Wert auch erheblichen Zukäufen geschuldet. Beispielsweise hat Coop den Multimedia- und Haushaltsgerätehändler Fust erworben, das im Berichtsjahr 800 Millionen Franken Umsatz erzielte (rund 530 Millionen Euro).

Zudem hatte Coop im vergangenen April Verkaufsflächen von Carrefour übernommen, was laut einer Schätzung der "Neue Zürcher Zeitung" gut 300 Millionen Franken (rund 200 Millionen Euro) Umsatzplus wert gewesen sein dürfte. Ohne diese beiden Zukäufe wird das Umsatzwachstum von Coop auf immerhin rund 8 Prozent taxiert.

Neue Töchter treiben die Umsätze

Im Segment Retail mit unterschiedlichen Supermarktformaten in 817 Läden (12 von Carrefour) kletterte der Umsatz bei Coop um 7,5 Prozent. Bei den Warenhäusern lag das Umsatzplus bei 4,4 Prozent.

Den größten Anteil am gewaltigen Umsatzplus der Gruppe hatten die neuen Tochtergesellschaften mit Tankstellen, Convenience-Stores und Apotheken (2008 von 117 auf jetzt 523 Einheiten gesteigert). Der Mehrumsatz dieser Töchter liegt laut "Neue Zürcher Zeitung" bei 64 Prozent, ohne die Effekte der Akquise immer noch bei 22 Prozent.

Der mit der deutschen Rewe betriebene Gastrogroßhändler Transgourmet ist noch nicht voll konsolidiert und setzte im vergangenen Jahr 4,7 Prozent mehr um (3,5 Milliarden Schweizer Franken).