Wenn sich hierzulande die Grenzen des Online-Wachstums nähern, dann suchen Onlinehändler das Heil gerne jenseits der Grenzen. Denn Cross-Border-Kunden geben laut einer Studie von Forrester Research mehr Geld aus als inländische Käufer, weil sie außerhalb ihrer heimischen Märkte nach Schnäppchen und neuen Produkte suchen. Die Wachstumsaussichten im internationalen Geschäft sind denn auch rosig.

Laut einer Glaskugel der Boston Consulting Group werden bis 2025 die Jahresumsätze beim grenzüberschreitenden E-Commerce auf  250 bis 350 Milliarden Dollar anwachsen. 40 Prozent dieser Umsätze entstehen in Asien, Europa und Nordamerika sind für 25 Prozent beziehungsweise 20 Prozent der Umsätze verantwortlich.

Längst partizipieren auch deutsche Händler von dem Boom. Laut einer Studie von ibi Research verkaufen derzeit 67 Prozent der befragten deutschen Händler aktiv ins Ausland. Weitere 18 Prozent exportieren nicht gezielt in andere Länder, nehmen jedoch Bestellungen aus dem Ausland entgegen. Damit verkaufen insgesamt 85 Prozent der deutschen E-Commerce-Anbieter ihre Waren ins Ausland.

Dabei zählt gute Nachbarschaft. Der Nähe wegen sind vor allem die Schweiz (77 Prozent), Niederlande (73 Prozent) und Frankreich (72 Prozent) bevorzugte Geschäftspartner, so die Studienergebnisse.

Hierzulande sind gleichwohl viele Händler vor allem noch damit beschäftigt, weiße Flecken auf der Europa-Landkarte zu füllen. Dass das nicht  von heute auf morgen funktioniert, zeigen Beispiele wie der Family-Shopping-Club Limango. Trotz  Otto und MyToys im Rücken hat sich der Shopping-Club nur langsam ausgedehnt, ist nun in Österreich, Polen, Niederlanden und seit kurzem in Frankreich präsent.

Grundsätzlich aber schielt beinahe ein jeder auf fremde Märkte: So rechnen drei Viertel der deutschen Marktplatzhändler mit einer Zunahme des grenzüberschreitenden Versands. Das sagt der Marktplatz-KIX von ECC Köln und eBay. Das ECC Köln und eBay haben hierfür 240 Onlinemarktplatzhändler rund um das Thema Versand befragt. Doch es gibt dabei auch Bremsen, die nicht immer hausgemacht sind. Auf Hindernisse beim grenzüberschreitenden Versand – zum Beispiel Beschränkungen durch Hersteller – ist bisher ein gutes Drittel der Befragten gestoßen.