Durch den Einsatz von Telematik könnten im Gesundheitswesen Kosten in Milliardenhöhe gespart und die Qualität medizinischer Leistungen verbessert werden, behauptet der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Roland Sing.

Durch den Einsatz von Telematik könnten im Gesundheitswesen Kosten in Milliardenhöhe gespart und die Qualität medizinischer Leistungen verbessert werden, behauptet der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Roland Sing.

Sing verwies in diesem Zusammenhang auf erste wegweisende Teematik-Projekte der Initiative D21, die in absehbarer Zeit Früchte tragen werden. So zum Beispiel das Internetportal „persoline.de“ für Personalbüros mittelstndischer Betriebe und Grossunternehmen sowie das Praxisprojekt „Zahnersatz“, bei dem elektronisch gestützte Verfahren bei sämtlichen Abläufen einer Zahnbehandlung erprobt werden.

Mit seinem Engagement als Vorstandsmitglied der Initiative D21 möchte der AOK-Chef den Einsatz der neuen Informationstechniken in der Gesetzlichen Krankenversicherung beschleunigen, denn jeder Tag Verzögerung koste bares Geld, so Sing am Freitag auf dem Symposium des Gesundheitsforums Baden-Württemberg im Rahmen der Stuttgarter Messe ‚Medizin 2002‘. Das sei im Interesse der Beitragszahler nicht hinnehmbar.

Die AOK Baden-Württemberg habe selbst verschiedene Massnahmen ins Leben gerufen. Insbesondere setze sie sich schon seit längerem dafür ein, die Nutzungsmöglichkeiten der Krankenversicherungskarte zu erweitern. Das Ziel sei, auf der Karte persönliche Gesundheitsdaten wie zum Beispiel Notfalldaten zu speichern, sie als Impf- und Organspendeausweis sowie als elektronisches Rezept zu benutzen. Dabei müsse, so Sing weiter, die Datenhoheit beim Versicherten verbleiben und höchste Sicherheitsstandards gewährleistet sein.

Welche Chancen Informationstechniken konkret bei der gesundheitlichen Versorgung eröffnen, zeigte Sing am Beispiel Pflege. Bislang sei der Pflegealltag durch einen hohen Aufwand an Kommunikation und Suchzeiten wie auch an Erfassung und Dokumentation der erbrachten Pflegeleistungen gekennzeichnet. Durch den Einsatz einer elektronischen Akte am Pflegebett unter Verwendung mobiler Erfassungssysteme – zum Beispiel Diktiergeräten mit Spracherkennung – könnten Kosten gespart und wichtige Ressourcen für die eigentliche pflegerische Betreuung freigesetzt werden. Ein entsprechendes Projekt würde sich mit Sicherheit lohnen.(DS)


PROFIL:

Die Initiative D21 ist ein gemeinnütziger, branchenübergreifender Verein von über 300 Unternehmen mit dem Ziel, in Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung den Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft in Deutschland zu beschleunigen und die Chancen für Wachstum und Beschäftigung zu nutzen.

KONTAKT:

Norbert Eder
Sprecher Initiative D21
Tel. 030-31151312
E-Mail: Norbert.Eder@initiatived21.de
Internet: www.initiatived21.de