Die Probleme des Handelskonzerns Metro erschüttern auch den Großaktionär Haniel: Das Familienunternehmen bilanziert ein miserables Jahr 2012.

Das Unternehmen verzeichnete 2012 unter dem Strich ein Minus von 1,9 Milliarden Euro, teilte die Franz Haniel & Cie. GmbH am Montag mit. Das Ergebnis wurde unter anderem durch eine Wertberichtigung auf die verbliebenen Metro-Aktien von 1,2 Milliarden Euro belastet. Bereits im ersten Halbjahr 2013 schrieb Haniel tiefrote Zahlen.

2011 hatte Haniel noch 236 Millionen Euro Gewinn erzielt. 2007 war das Familienunternehmen durch einen milliardenschweren Aktienzukauf zum wichtigsten Metro-Aktionär aufgestiegen. Aktuell hält es nach Aktienverkäufen im großen Stil noch eine Beteiligung von 30 Prozent.

Der Handelskonzern Metro hat 2012 deutlich weniger verdient und die Dividende gekürzt. Zu den Gründen gehören der Konzernumbau sowie eine schwache Kauflaune in den EU-Krisenländern. Metro stieg 2012 aus dem Dax ab.

Verlust mit historischer Dimension

"Ein derart hoher, man kann auch sagen historischer Verlust markiert unweigerlich einen deutlichen Einschnitt", sagte Vorstandsvorsitzender Stephan Gemkow.

Tiefgreifende Aufräumarbeiten hätten das Haniel-Geschäftsjahr 2012 geprägt. Bei dem riesigen Minus handele es sich aber um einen "einmaligen Verlust".

Die Familienmitglieder des Haniel-Clans müssen nun erstmals in Friedenszeiten auf eine Dividende verzichten. Für 2013 stellte Gemkow der Familie eine Dividende in Aussicht.

Trotz allem: stabiler Umsatz

Operativ verbesserte sich das Ergebnis von Haniel 2012 von 400 auf 496 Millionen Euro. Der Umsatz blieb mit 26,3 Milliarden Euro stabil.

Haniel ist auch Mehrheitseigner beim Pharmagroßhändler Celesio. Zum Familienunternehmen gehören außerdem der Rohstoffrecycler ELG, der Büroausstatter Takkt sowie der Waschraumhygiene-Spezialist CWSboco.