Der Bundeswirtschaftsminister trifft auf Arcandor-Mitarbeiter: Karl-Theodor zu Guttenberg stellte sich den Teilnehmern einer Demonstration für die Rettung des Konzerns.

Zu den vom angeschlagenen Arcandor-Konzern beantragten Staatshilfen sagte zu Guttenberg, es gebe keine Vorfestlegung, bevor der Antrag geprüft sei. Das werde jetzt "gewissenhaft und nach den Regeln der Vernunft" geschehen. Er wisse, dass die Zeit dränge, fügte der Minister hinzu.

"Es kann morgen noch keine Entscheidung getroffen werden, weil der Ablauf angesichts der Summe, um die es hier geht, noch ein paar andere Gremien befasst, unter anderem den Haushaltsausschuss", betonte zu Guttenberg am Vortag der Sitzung des Bürgschaftsausschusses an diesem Donnerstag, zu der Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick erwartet wird. Dort will Eick seinen Antrag begründen.

Minister zu Guttenberg bezeichnete es jedoch als "völlig verwegen", der Entscheidung des Bürgschaftsausschusses vorgreifen zu wollen. Das Gremium sei genau dafür geschaffen worden, aufgrund nüchterner Fakten Entscheidungen zu treffen.

Tausende Demonstranten vor dem Wirtschaftsministerium

Vor seinem Ministerium hatten sich nach Polizeiangaben 6.000 Beschäftigte des Essener Handels- und Touristikkonzerns versammelt, zu dem die Warenhauskette Karstadt gehört. Die Gewerkschaft Verdi sprach gar von 7.500 Teilnehmern. Hier sehen Sie eine Bildergalerie mit Fotos der Demonstration.

Die Demonstranten stammten nach Angaben der Gewerkschaft aus allen Teilen Deutschlands und sämtlichen Geschäftsfeldern des Konzerns.

Arcandor hat eine Staatsbürgschaft von 650 Millionen Euro und einen Kredit über 200 Millionen Euro beantragt. Darüber soll ein Ausschuss am Donnerstag entscheiden.

dpa / Dow Jones Newswires