Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner dringt vor dem Milch-Spitzentreffen in Wien darauf, die Milchbauern schnell mit mehr Geld zu unterstützen. Dafür kämpft sie auch um EU-Mittel.

"Mir geht es darum, die Mittel des Milchfonds, des Milch-Begleitprogramms, von 300 Millionen Euro vorziehen zu können auf das Jahr 2010", sagte Aigner (CSU) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. "Ich will das mit zusätzlichen Mitteln des Bundes oder lieber noch von Brüssel ergänzen."

Die Ministerin räumte ein, dass es noch offen sei, ob dieser Plan schon am 19. Oktober beim Treffen der EU-Agrarminister umgesetzt werden könne.

EU-Staaten wollen mehr Exporthilfe

Der österreichische Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich hat seine europäischen Kollegen für diesen Montag nach Wien eingeladen, um über einen Forderungskatalog an die EU-Kommission zu beraten.

Dabei sollen Deutschland, Frankreich und Österreich federführend sein. Zwanzig EU-Staaten verlangen mehr Exporthilfen und höhere Stützungspreise.

"Bei zwanzig Staaten ist der Druck schon größer"

Angesichts der Existenzsorgen vieler Milchbauern will Aigner den Druck auf die EU-Kommission erhöhen. "Die Forderung gegenüber Brüssel ist, die Absatzförderung und die Interventionspreise zu erhöhen, die eine faktische Untergrenze der Milchpreise sind", sagte die CSU-Politikerin.

"Entscheidend ist, dass sich zwanzig EU-Länder auf ein Programm geeinigt haben, auf höhere Interventionspreise, höhere Verfütterungsbeihilfen und eine Aufstockung des Schulmilch- Programms." Zwar seien nicht alle 27 EU-Länder dafür. "Aber bei zwanzig Staaten ist der Druck auf die EU-Kommission schon größer."

Schulmilch-Modell aus gutes Beispiel

Die Erfahrungen aus einem Schulmilch-Modellversuch in Nordrhein-Westfalen hätten gezeigt, dass höhere Beihilfen den Absatz wesentlich steigerten. "Das ist unser Ziel für die ganze Bundesrepublik", formulierte es Aigner. Für das Projekt "Schulmilch im Fokus"wurden 500 Grundschulen aufgerufen, teil­zunehmen.

Für die Finanzierung der Aktion stellt die Bundesregierung 9,3 Millionen Euro zur Verfügung. Das Land Nord­rhein-Westfalen unterstützt das Projekt mit 400.000 Euro.
#/ZT#Preise steigen wieder leicht#/ZT#
Die Milchpreise für Bauern sind in den vergangenen Wochen tief gefallen. Die Tendenz ist mittlerweile leicht steigend. Aldi hatte in der vorigen Woche den Butterpreis bereits angehoben.