Jaguar präsentiert für seine Modelle XF und XK zwei neue Motoren mit mächtig Power. Vom Boom durch die Abwrackprämie profitiert der Premiumhersteller nicht.

Nach dem Zulassungsplus von 18 Prozent im ersten Quartal 2009 sorgte die Umweltprämie auch im April 2009 für ungeahnte Höhenflüge: Mit 379.626 verkauften Fahrzeugen und 19,4 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahresmonat legte die Automobilbranche wieder mächtig zu.

Doch während die Anbieter von Kleinwagen noch frohlocken, darbt das Luxussegment schon jetzt still vor sich hin. "Wir können uns dem Trend nicht entziehen und wollen wenigstens unseren Marktanteil halten", beschreibt Jaguar-Sprecherin Andrea Leitner-Garnell die wenig erfreuliche Situation.
 
Die Engländer blicken nach vier Monaten auf ein beträchtliches Minus von 33,3 Prozent, befinden sich damit aber in durchaus prominenter Gesellschaft. Auch Mercedes-Benz (minus 25,2 Prozent), Porsche (minus 19 Prozent) oder BMW (minus 16,1 Prozent) bekommen die Krise zu spüren.

Neue Wege finden

Jaguar hat sich mit der Einführung der schnittig-stylischen Limousine XF gerade erst daran gemacht, manche Tradition über Bord zu werfen und neues Kundenpotenzial zu erschließen. Immerhin gewann die dynamisch-modern gezeichnete Karosse einige Preise, setzte sich bei Kundenzufriedenheitsbefragungen in der Spitzengruppe fest und hinterließ auch im Test von Der Handel (Ausgabe 01/2009) einen nachhaltigen Eindruck.

Jetzt legt Jaguar nach: Der keineswegs verachtenswerte 2,7-Liter-Diesel, der gegen die Otto-Fraktion bislang schon 75 Prozent Verkaufsanteil einheimste, wird durch einen 3,0-Liter-Selbstzünder in zwei Leistungsstufen ersetzt. Und siehe da: Es geht tatsächlich noch dynamischer, noch laufruhiger und noch sparsamer.

Leiser Dieselmotor

Der Sechszylinder-Antrieb (177  kW/240 PS und 202 kW/275 PS) wird vom französischen PSA-Konzern angeliefert und von den Jaguar-Ingenieuren auf die Bedürfnisse der noblen Kundschaft abgestimmt. Von Diesel-Geräuschen war bei der ersten Ausfahrt nichts zu vernehmen und mit einem gewaltigen Drehmoment von 500 beziehungsweise 600 Newtonmetern bei der stärkeren „S"-Version drängt der Wagen mächtig nach vorn. Für beide Varianten  (ab 51.200 Euro) errechnet der Hersteller übrigens Verbrauchwerte von klassenunüblichen 6,8 Litern.

Da stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit von Achtzylinder-Benzinmotoren. Doch auch in dieser Prestigeklasse haben die Briten Neues zu bieten. Der bisherige 4,2-Liter wird durch ein 5,0-Liter-Aggregat abgelöst, das 283 kW/385 PS und mit Kompressor 375 kW/510 PS leistet. Die Preisrange reicht damit von 68.200 bis 89.900 Euro für das Top-Modell XFR.

Die neuen Antriebe stehen auch für das zum Modelljahr 2010 optisch leicht veränderte Sportcoupé XK und das Cabrio zur Verfügung. 

Bernd Nusser