Euronics konnte sich im zurückliegenden Geschäftsjahr steigern. Für 2016 steht die Fußball-EM im Fokus – und dafür setzt die Verbundgruppe auf den ehemaligen Torwartstar Oliver Kahn.

Setzt auf's Fernsehen zur EM: Euronics-Vorstandssprecher Benedict Kober. Foto: Euronics
Setzt auf's Fernsehen zur EM: Euronics-Vorstandssprecher Benedict Kober. Foto: Euronics
Im Jahr der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich setzt Euronics auf Oliver Kahn. Der ehemalige Weltklassetorwart wirbt neuerdings für die Elektronikhandels-Verbundgruppe – diese Symbiose hat Sinn, denn Fußballgroßereignisse sind immer wichtig für den Handel mit elektronischen Geräten.

Vor allem geht es dabei um Fernsehgeräte. Euronics-Vorstandssprecher Benedict Kober rechnet bei Flachbildschirmen für dieses Jahr mit einem spürbaren Umsatzplus. Dies, obwohl er erwartet, dass der Absatz der Geräte stagnieren wird. Aber weil bei Euronics immer mehr hochwertige Apparate verkauft würden, „geht auch unser Durchschnittsbon nach oben“, erklärte Kober am Montag in Leipzig. Damit unterscheide sich seine Kooperation positiv vom Markttrend.

Im Plus dank Weißer Ware

Das zurückliegende Geschäftsjahr 2014/2015 war für Euronics gut. Die Verbundgruppe mit Sitz im schwäbischen Ditzingen steigerte ihren Außenumsatz, also das Geschäft mit Endkunden, um rund 3 Prozent auf 3,45 Milliarden Euro.

Begünstigt wurden die guten Zahlen unter anderem durch Weiße Ware (Waschmaschinen, Kühlschränke), wo die Umsätze um 4 Prozent auf 447 Millionen Euro stiegen. Besonders gut lief das Geschäft im Bereich Telekommunikation, wo die Geschäfte um 31 Prozent auf 278 Millionen Euro zulegten. Einbußen um 10 Prozent gab es dagegen bei der Unterhaltungselektronik, wozu auch der mittlerweile schwierige Markt mit Fotoapparaten zählt. Hier sackte der Gesamtumsatz auf 481 Millionen Euro ab.

Schöne Läden und ein Marktplatz im Netz

Für das laufende Jahr und darüber hinaus setzt Euronics auf zwei Erfolgswege: Die Läden sollen nicht mehr Point of Sale sein, sondern Point of Emotion. „Das gilt längst auch für Weiße Ware“, betont Kober. Damit alle 1.718 Geschäfte der 1.498 Euronics-Mitglieder auch so ausgestattet sind, dass sie bei den Kunden schöne Emotionen auslösen, vergibt die Verbundgruppe Zuschüsse für die Modernisierung der Läden. Die Kooperation hat überdies eigene Ladenbaumodule entwickelt, die auf der Euronics-Hausmesse in Leipzig vorgestellt wurden.

Beim für Verbundgruppen traditionell schwierigen Thema, dem Geschäft im Internet, setzt Euronics auf einen virtuellen Marktplatz, in den jeder Händler ein Onlinesortiment einstellen kann. Ziel soll es sein, dass die Kunden über die Website dann in den Laden kommen. „Online shoppen – am besten vor Ort“, lautet in dem Fall das Motto. Im vorigen Jahr hätten sich die Onlineumsätze verzehnfacht, berichtete Kober – ohne jedoch eine konkrete Zahl zu nennen. Vielmehr räumte er ein, dass beim Thema online noch manche Händler Hausaufgaben zu erledigen hätten. Denn 78 Mitglieder hätten nicht einmal 1.000 Produkte im Netz präsent. Nach Kobers Ansicht sollte ein Shop zwischen 6.000 und 9.000 Produkte online anbieten.

Steffen Gerth, Leipzig