Live statt digital: In der "Plattenladenwoche" treten Künstler in 70 Städten auf, um den Fachhandel zu unterstützen. Denn der leidet unter anderem unter der Internetkonkurrenz. 

Von wegen Downloads: Musiker wie Till Brönner, Ulrich Tukur oder Jonas Kaufmann gehen lieber in den Plattenladen um die Ecke. Doch der ist unter Druck geraten, zuerst durch die großen Elektro-Handelsketten und dann durch den Onlinehandel. Die soeben begonnene "Plattenladenwoche" will dagegen halten.

Am heutigen Freitag hat die Aktionswoche begonnen, bei der Künstler wie Lizz Wright, Thomas Quasthoff, Schiller, "Letzte Instanz" oder auch Graziella Schazad in einem der 111 teilnehmenden Läden in mehr als 70 Städten live auftreten, Autogrammstunden oder Interviews geben - um den klassischen Fachhandel zu unterstützen.

Amerikanisches Vorbild

Im vergangenen Jahr hatte Jörg Hottas, Chef des Händlerverbundes Aktiv Musik Marketing (amm), die Woche erstmals initiiert - nach dem Vorbild des 2007 etablierten "Record Store Day" in den USA. Plattenläden seien "ein wichtiger Teil der Musikerlebniskultur", sagt er. "Sie gelten mittlerweile nicht mehr als ein Auslaufmodell aus dem analogen Zeitalter."

Allerdings sprechen die Umsätze mittlerweile eine andere Sprache: 31 Prozent des Umsatzes mit Musik wurden im vergangenen Jahr online erzielt - per CD-Versand, Internet- oder Mobil-Download. Elektrofachmärkte kommen auf einen Umsatzanteil von 29 Prozent. Die klassischen Plattenläden, für die in der Aktionswoche geworben wird, stehen gerade noch für drei Prozent des Umsatzvolumens von insgesamt 1,53 Milliarden Euro.