Bei den Deutschen ist Skoda derzeit begehrt wie nie. Der neue Geländewagen Yeti soll diesen Trend verstärken. Motor, Verbrauch und ein überraschend großer Stauraum überzeugen jedenfalls.

Verkehrte Welt: Autobauer wie Opel kämpfen ums Überleben und gegen Absatzkrisen - doch Skoda fährt Zusatz- und sogar Nachtschichten in der Produktion. "Wir haben keine Überkapazitäten, unsere Werke sind bis ans Limit ausgelastet", sagt Unternehmenssprecher Nikolaus Reichert.

Auf einige Modelle, wie den Octavia mit 1,4-Liter-Motor oder mit dem Doppelkupplungsgetriebe (DSG) müssen die Kunden rund fünf Monate warten. In Deutschland hat die Volkswagen-Tochter mit 105.342 Zulassungen nach nur sechs Monaten 63,1 Prozent zugelegt und das Vorjahresgesamtergebnis damit fast schon erreicht.

Importmarke Nummer eins

Skoda ist zur Importmarke Nummer eins aufgestiegen und der Kleinwagen Fabia hierzulande mit 58.393 Neuanmeldungen das begehrteste Fahrzeug der ausländischen Anbieter. "Natürlich hat uns die Abwrackprämie geholfen. Aber wir haben auch unseren Marktanteil gesteigert", erklärt Reichert.

Intern gelten nun für dieses Jahr 175.000 Zulassungen als neues Ziel. Eine ehrgeizige Vorgabe für den neuen Deutschland-Geschäftsführer Hermann Schmitt, der am 1. August in der Importeurszentrale in Weiterstadt auf Alfred E. Riek folgt. Riek wird sich um die Geschäfte in China kümmern und will dort alsbald Deutschland als wichtigsten Markt der Marke überflügeln.

Mehr im Angebot

Zur Expansionsstrategie des Unternehmens gehört der schrittweise Ausbau der Angebotspalette. Am 29. August rollt die fünfte Baureihe zu den Händlern. Und der kompakte Geländewagen mit dem einprägsamen Namen Yeti ergänzt das Portfolio. Wie seine Brüder Fabia, Octavia, Superb und Roomster so glänzt auch der neue Geländegänger mit Sachlichkeit, hohem Nutzwert und dem markentypisch guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Wagen bietet auf nur 4,22 Meter Gesamtlänge einen Stauraum von bis zu 1.760 Liter Volumen. Die drei Einzelsitze der Rückbank können variabel umgelegt, gefaltet und ausgebaut werden. Ablagen, Flaschenhalter in den Türverkleidungen sowie Ösen und Halterungen im Gepäckraum erleichtern den Alltag. Einstiegsmotor ist ein neuer 1,2-Liter-Benzindirekteinspritzer mit Turboaufladung. Das Aggregat aus dem VW-Konzern leistet 77 kW/105 PS und soll mit 6,4 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern auskommen. In Verbindung mit Frontantrieb beginnt die Preisliste somit bei 17.990 Euro.

10.000 neue Kunden das Ziel

Das günstigste Modell mit Allradantrieb ist der 2,0-Liter-Diesel (81 kW/110 PS) ab 22.690 Euro. Die Spanne reicht bis zum 125 kW/170 PS starken Selbstzünder in "Experience"-Ausstattung für 31.050 Euro. Dann ist auch das Off-Road-Assistenzpaket unter anderem mit Bergabfahr- und -anfahrhilfe serienmäßig an Bord.

Mit dem Yeti, der laut Skoda "mindestens 10.000 neue Kunden" erschließen soll und dem Superb Kombi, der auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) im September in Frankfurt am Main Weltpremiere feiert, will die Deutschland-Dependance auch 2010 - und damit nach der Abwrackprämie - weiter auf Erfolgskurs fahren.

Bernd Nusser