Die durchschnittlichen Verwaltungskosten pro Beschaffungsvorgang könnten mittels elektronischer Systeme deutlich reduziert werden. Das ist das Ergebnis einer Studie von KPMG.

Im Rahmen der Studie wurden rund 200 Behörden der Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltung befragt (Rücklaufquote: 18 Prozent). Als Informationsmedium spielt das Internet in der öffentlichen Verwaltung bereits heute eine große Rolle. Immerhin 67% der Behörden nutzen E-Mail auch für die Kommunikation mit Lieferanten. Aber elektronische Beschaffung (E-Procurement) in der öffentlichen Verwaltung ist in Deutschland offenbar noch Zukunftsmusik.

Allerdings plant etwa ein Viertel der befragten Behörden, in den nächsten Jahren Bestellungen über Lieferantenseiten, die Nutzung elektronischer Marktplätze und eine elektronische Bedarfsmeldung vorzunehmen. Diese Neuerungen wären durchaus sinnvoll. Die Einführung von E-Procurement-Systemen verspricht gewaltige Einsparungen, die notwendige Investitionen schnell ausgleichen. Erste Pilotprojekte zur elektronischen Vergabe wurden bereits erfolgreich abgeschlossen. Es zeigt sich, dass die optimierten und beschleunigten Arbeitsabläufe sowohl die Kunden- als auch die Mitarbeiterzufriedenheit deutlich steigern können.

Laut KPMG-Studie gehen über 90% der Behörden davon aus, dass durch den gezielten Einsatz von Informationstechnologien die eigenen Beschaffungsvorgänge optimiert werden könnten. Jede dritte Behörde verspricht sich effizientere Arbeitsabläufe und eine Reduzierung des Verwaltungsaufwands. 60% erwarten Vorteile beim Preisvergleich. Jeweils ein Drittel geht davon aus, dass die Bestandskosten mittels elektronischer Einkaufssysteme verringert und die Einkaufskonditionen verbessert werden könnten.

Die Potenziale von E-Procurement scheinen von den Behörden also durchaus erkannt zu werden, aber noch gibt es eine Hemmschwelle, die einer stärkeren Nutzung in der öffentlichen Verwaltung entgegensteht. So äußern 76% der Befragten Bedenken in Bezug auf Rechts- und Sicherheitsfragen. Andere Punkte wie interne Organisationsanpassung oder Einführungskosten spielen demgegenüber eine deutlich geringere Rolle.

Die Aussichten für eine intensivere Nutzung von E-Procurement-Lösungen werden von den KPMG-Experten eindeutig gut beurteilt. Denn mit der Verabschiedung der neuen Vergabeverordnung und der Verdingungsordnungen ist die elektronische Angebotsabgabe inzwischen gesetzlich geregelt. Und mit der Signaturrichtline sind auch im Bereich der Sicherheit bei elektronischer Kommunikation die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen.

Die Studie "Internettechnologien in der Beschaffung der öffentlichen Hand - Entwicklungsstand 2001" kann in der Virtual Library unter www.kpmg.de eingesehen werden. (JR)


KONTAKT:

KPMG Consulting AG
Kurfürstendamm 207-208
10719 Berlin
Tel: 030-880040
Fax: 030-88004100
Internet: www.kpmg.de