2009 haben die deutschen Unternehmen kräftig an Reisen gespart. Bei dem Geschäftsreisemanager Carlson Wagonlit Travel  sank der Umsatz deshalb auf das Niveau von 2005.

"Die Sparmaßnahmen in Unternehmen haben uns kalt erwischt", fasst August Gossewisch, Senior Executive Vice President Central & Eastern Europe bei Carlson Wagonlit Travel (CWT), das Jahr 2009 für den Geschäftsreisemanager zusammen. Trotz eines guten Neukundengeschäfts sank der vermittelte Umsatz um insgesamt 28 Prozent auf 736 Millionen Euro: "Und dabei waren wir so stolz, dass wir 2008 die Milliardengrenze geknackt hatten."

Weil die Gesamtzahl der Transaktionen "nur" um 16 Prozent auf rund 2,3 Millionen sank, bedeute dies, dass der durchschnittliche Transaktionspreis deutlich niedriger lag als 2008. Bei Flügen und Hotels war die Diskrepanz zwischen der Buchungs- und der Umsatzzahl demnach am größten. Bahn und Mietwagen seien zwar ebenfalls weniger gebucht worden, aber offenbar zu stabilen Preisen: "Flug und Hotel waren also die stärksten Hebel, die die Unternehmen im Jahr 2009 zur Senkung der Reisekosten angesetzt haben", erläutert Gossewisch.

Business Class bricht ein

Das machte sich besonders in der Business Class bemerkbar: Im Interkontinentalverkehr sei ihr Anteil an den Flugtransaktionen von 2008 auf 2009 um 13 Prozentpunkte auf einen Anteil von 38 Prozent gesunken.

"Innerhalb Europas und innerdeutsch sank der Business-Class-Anteil damit erstmals unter die Zehn-Prozent-Marke", so der Reisemanager. Dieser Trend setzt sich seiner Beobachtung nach auch im Bahnverkehr fort: Der Anteil der Erster-Klasse-Buchungen sank seit 2007 von 52 auf 43 Prozent.

Kostengünstige Onlinebuchungen beliebter

In den Krisenzeiten wurden aber offenbar die Onlinebuchungen in den Fokus der Unternehmen gerückt: So entschieden sich 61 Unternehmen in Deutschland, mit Hilfe von CWT ein Online-Buchungs-Tool einzuführen: "Bislang die höchste Zahl, die wir in Deutschland in  einem Jahr hatten." Der Anteil der Onlinebuchungen
lag demnach bei rund 22 Prozent, nach Österreich nimmt Deutschland damit den zweiten Rang im europaweiten CWT-Vergleich ein.

"Dass unsere Kunden in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unter anderem an den
Reisekosten sparen, ist eine logische Konsequenz und entspricht dem Trend des
gesamten Marktes", sagt Gossewisch. "Aber das ist ja gerade unsere Kernkompetenz, sie bei der Optimierung ihrer Reisekosten zu beraten und zu unterstützen. Gerade in dieser schwierigen Zeit schätzen unsere Kunden das besonders."

Sparsamkeit auch 2010er Tugend

"Wir haben das Schlimmste hinter uns. Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem leichten Anstieg der Geschäftsreisen", sagt August Gossewisch. "Trotzdem dominieren weiterhin drei Punkte die Reiserichtlinien: Sparen, Sparen, Sparen."