Mit dem ersten Großserien-Elektroauto i-Miev und dem Kompakt-Geländewagen ASX gewinnen die Mitsubishi-Händler ein neues Image und neue Kunden.

Lange Zeit war Mitsubishi in der automobilen Versenkung verschwunden. Die Japaner litten nach der gescheiterten Ehe mit dem Daimler-Konzern heftig unter dem Trennungsschmerz. Neue Modelle mit Potenzial blieben über Jahre Mangelware.

Doch nun sind zwei viel versprechende Entwicklungsprojekte marktreif. Allen voran das Elektroauto i-Miev, das die drei Diamanten im Firmenlogo wieder hell erstrahlen lässt. Immerhin gehört der Hersteller damit zu den Vorreitern der von vielen Experten als zukunftsträchtig bewerteten Antriebstechnologie.

Produktpalette profitiert

Diese technische Kompetenz strahlt, da ist man in der Deutschland-Zentrale in Hattersheim bei Frankfurt am Main ganz zuversichtlich, auf die gesamte Produktpalette ab. Mancher Kunde dürfte aus Neugierde auf das derzeit viel beschriebene E-Gefährt die Verkaufsräume betreten und mit einem Colt-, Lancer, ASX- oder Outlander-Vertrag wieder hinausgehen.

Der unter der Federführung der Japaner gemeinschaftlich mit Peugeot und Citroen entwickelte Kleinwagen mit der stattlichen Packung Lithium-Ionen-Batterien unter dem 166 Liter-Volumen fassenden Kofferraum rollt jedenfalls in diesen Tagen als erster Elektrowagen aus der Großserienfertigung zu den Händlern. Die Auslieferung soll binnen sechs Monaten nach Bestellung erfolgen.

Pioniergeist kostet 34.390 Euro

Foto: Mitsubishi
Foto: Mitsubishi
Mit einem 49 kW/67 PS starken und bis zu 130 km/h schnellen Elektromotor und einer Reichweite von im Idealfall 150 Kilometern ist das viertürige 3,48-Meter-Wägelchen als reines Stadtauto konzipiert und soll zunächst Betreiber kommunaler Fahrzeugflotten und Gewerbekunden ansprechen, die bereit sind, für ihren Pioniergeist 34.390 Euro (netto 28.900 Euro plus Überführungskosten) zu bezahlen.
 
Während der i-Miev das Image der Marke aufpoliert, entwickelt sich die zweite aktuelle Neuheit zum Verkaufsschlager. Der vor wenigen Monaten eingeführte ASX war im November 2010 sogar das meistverkaufte Mitsubishi-Modell. Der 4,30-Meter-Viertürer trifft ganz offensichtlich genau den Trend zu kompakten Geländewagen, der sich, laut zahlreicher Studien, in den kommenden Jahren noch verstärken wird.

Variabel und praktisch

Die Gefährte vom Schlage des Marktführers VW Tiguan, des Skoda Yeti oder des Dacia Duster bieten hohe Variabilität und Praktikabilität verbunden mit einer erhöhten Sitzposition - ohne dabei die Untugend des unzeitgemäßen Kraftstoffkonsums der  großen SUV zu übernehmen.

Zwar erreichte der zum Test von Der Handel vorgefahrene ASX mit Frontantrieb nicht die im Prospekt versprochenen 5,5 Liter auf 100 Kilometern, doch bei gemäßigter Fahrweise kam der 110 kW/150 PS starke und elastische 1,8-Liter-Diesel mit 6,1 Litern aus. Im Testdurchschnitt genehmigte sich der Viertürer 6,8 Liter, was einen Aktionsradius von rund 800 Kilometer mit einer Tankfüllung ermöglicht.

100 Kilogramm mehr Zuladung

Neben dem Verbrauchs- und Anschaffungskostenvorteil von 2.300 Euro (Allradantrieb ist erst ab der zweiten Ausstattungsstufe „Invite" zu haben), verfügt der Frontantriebler auch über rund 100 Kilogramm mehr Zuladung.

Mit Verarbeitungsqualität, Innenraumgestaltung und Ausstattung liegt der ASX auf der Höhe der Zeit - und hat damit sogar die Konkurrenz überzeugt: Ab 2012 wollen auch die Kooperationspartner Peugeot und Citroen, wie schon beim Outlander und i-Miev, von den Mitsubishi-Qualitäten profitieren und das Modell praktisch unverändert anbieten.

Bernd Nusser