Auf dem 13. Symposium Oeconomicum der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster am 10. Mai drehten sich die einzelnen Foren um den Mittelstand und seine Bedeutung für die Wirtschaft. Ein Forum war ausschließlich dem Themenfeld "Mittelstand und Internet" gewidmet.

Auf dem 13. Symposium Oeconomicum der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster am 10. Mai drehten sich die einzelnen Foren um den Mittelstand und seine Bedeutung für die Wirtschaft. Ein Forum war ausschließlich dem Themenfeld "Mittelstand und Internet" gewidmet.

Das Symposium Oeconomicum in Münster wird traditionell komplett von Studenten der Universität organisiert und veranstaltet. Wiederum gelang es den jungen angehenden Akademikern hochkarätige Referenten und Diskussionsteilnehmer vor rund 500 Teilnehmern, vor allem Studenten, zu gewinnen. Als prominenter Schlussredner wirkte zum Beispiel Bundeswirtschaftsminister Werner Müller, für den Mittelstand, Internet und in diesem Zusammenhang der möglichst rasche Übergang von Deutschland ins Informationszeitalter besondere Anliegen darstellen.

Das Symposium in diesem Jahr wählte sich den Titel "Kleine Giganten - große Zwerge. Der Mittelstand als treibende Kraft der Wirtschaft". Mehrere Foren wurden dazu parallel durchgeführt. Für das Forum "Der Mittelstand und das Internet" wählten die jungen Studiosi die provokative Überschrift "Die Phantombedrohung". Damit sollte ausgedrückt werden, dass ganz offensichtlich die klein- und mittelständischen Unternehmen (KMUs) das Internet eher als Bedrohung denn als Chance wahrnehmen. Fürchtet sich der Mittelstand vor einem Phantom, das heißt vor etwas, was eigentlich gar nicht existiert? Ist die Furcht unbegründet? Wo liegen die Chancen, wo die Risiken. Dies waren die Schwerpunkte, an denen sich die Vorträge und die anschließenden Diskussionen orientierten.

Die Referenten waren:
Gerrit Tamm, Mitbegründer des Electronic Commerce Forums in Berlin und Inhaber der Firma Tamm Networks in Berlin
Patrick Setzer, Vorstand und Mitbegründer der Yellout AG in Berlin. Yellout bietet einen virtuellen Marktplatz für KMUs.
Prof. Michael Rotert, Senior Vice President Research & Development KPNQwest in Karlsruhe und Präsident des Electronic Commerce Forum (eco) in Köln.
Rolf Molini, Geschäftsführer der Intranet Systemhaus GmbH in Stuttgart, die vor allem für KMUs Intranet-Lösungen bieten.
Moderiert wurde dieses Forum von CYbiz-Chefredakteur Rainer Simon.

Vor allem der noch sehr schwach ausgeprägte Einsatz von E-Business - ein großer Teil dieser Unternehmen hat noch nicht einmal Internet-Anschluss - löste bei den Studenten Unverständnis aus. Waren sich doch Referenten und Studenten einig, dass E-Commerce recht kurzfristig ein Standard für jedes Unternehmen sein müsste. Einig waren sich auch alle, dass gerade die KMU's durch ihre Flexibilität prädestiniert wären, E-Commerce/E-Business in ihre Unterenehmnesstruktur aufzunehmen und die sich bietenden großen Marktpotenziale auszuschöpfen.

Als Gründe für den zögerlichen Einsatz von E-Commerce und für die Abneigung gegen das Internet wurden genannt:
- mangelndes Wissen über Möglichkeiten und Potenziale
- fehlendes technisches Know-how
- keine Chefsache der Entscheider
- Angst vor Investitionen
- fehlende Nutzen-Perspektive
- abwartende Strategie ("Erst mal warten, was der Wettbewerb macht")
- eher "Entweder E-Vertrieb oder stationäre Präsenz"-Einstellung als "Sowohl als auch"-Strategie

In einer Schlussbewertung zeigten sich alle Referenten überzeugt, dass der Mittelstand den Weg zum E-Commerce finden wird. Denn entweder erkennen die Entscheider Vorteile und setzen dann E-Business (über die gesamten Unternehmensstrukturen/Wertschöpfungskette) konsequent ein oder sie werden von den Geschäftspartnern (Zulieferer, Hersteller, Kunden) dazu gezwungen. Oder sie verschwinden vom Markt, wie auch kurz und provokant formuliert wurde. Zusätzlich ergeben sich durch wachsende Internet-Dienstleistungen (durch Internet-Service-Provider, Portal-Anbieter, virtuelle business-to-buisness-Marktplätze) gute Chancen für die KMUs zum E-Business-Einstieg.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Organisatoren des Symposiums eine abwechslungsreiche und qualitativ hochwertige Veranstaltung boten. Da das Symposium Oeconomicum bereits das 13. Mal stattfand, ist es inzwischen eine Institution. Besonders zu loben auch der Ansatz, die Wirtschaft in die Universität zu holen. So findet in idealer Weise die frühzeitige Annäherung der Wissenschaft an die Praxis in der Wirtschaft statt - und umgekehrt. Kompliment und weiter so.


PROFIL:

"Eine Veranstaltung von Studenten für Studenten organisieren, die dazu beiträgt, die Lücke zwischen Theorie und Praxis zu verkleinern ..." Dies war die Grundidee, als vor nunmehr 13 Jahren die Grundidee zum Symposium Oeconomicum in Münster entstand. Das Ausmaß und die Bedeutung des Wirtschaftsforums ist kontinuierlich gestiegen - und auch der Anspruch de Veranstalter. Das Organisations-Team besteht mittlerweile aus 35 Studentinnen und Studenten, unterstützt von einem Kuratorium von zwölf Professoren der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.


KONTAKT:

Symposium Oeconomicum Muenster
Universitätstsr. 14-16
48143 Münster
Tel. 0251-8322008
Fax 0251-8328399
Internet: www.symposiumoeconomicum.de