Arcandor will Geld vom Staat. Für den Mittelstand ist diese Forderung ein Skandal. Eine Unterstützung für den Konzern gehe zu Lasten kleinerer Unternehmen, kritisiert der Verband ZGV.

Wilfried Hollmann, Präsident des Zentralverbandes Gewerblicher Verbundgruppen (ZGV), kritisierte im Gespräch mit derhandel.de eine mögliche staatliche Unterstützung für Arcandor scharf.

"Es kann nicht sein, dass Konzerne unterstützt werden, während die kleineren Betriebe nichts bekommen", sagte Hollmann. Staatshilfen für einzelne Unternehmen lehne der ZGV grundsätzlich ab.

"Das kann nicht Aufgabe des Staates sein"

In Sachen Arcandor führe eine Staatsbürgschaft zu Wettbewerbsverzerrungen, so Hollmann: "Seit Jahren macht die Arcandor-Tochter Karstadt etwa kleineren Parfümerien das Leben schwer. Wenn der Bundesregierung der Konzernmutter hilft, wird dieser ungleiche Wettbewerb mit staatlichen Mitteln weitergeführt. Das kann nicht Aufgabe des Staates sein", betonte der ZGV-Präsident.

Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick sagte in einem Zeitungsinterview, der Konzern wolle in Kürze über die Banken einen offiziellen Antrag auf Staatsbürgschaften stellen.

Der ZGV ist der Spitzenverband kooperierender mittelständischer Unternehmen aus Handel, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe und repräsentiert rund 200.000 Unternehmen, die rund 300 Verbundgruppen angeschlossen sind.