Die Händlerinitiative Buy Local hat einen starken Partner gewonnen: Der Mittelstandsverbund soll dafür sorgen, dass aus einer Graswurzelbewegung eine professionelle Interessenvertretung wird.

Seit 2012 gibt es den Verein Buy Local. Gestartet als "Graswurzelbewegung", wie es Geschäftsführerin Ilona Schönle formuliert, soll das Netzwerk nun professionalisiert werden. Das Ziel ist ein großes: Förderung  inhabergeführter Fachgeschäfte aus Einzelhandel und Handwerk im Kampf gegen Onlinehandel und überregionale Filialisten.

400 Händler sind bisher Mitglied des Vereins Buy Local und haben als Erkennungszeichen einen Eichhörnchen-Aufkleber an den Schaufenstern. Doch mit der Mitgliederzahl "bin ich noch nicht zufrieden", sagte der Initiator und Vereinsvorsitzende, der Ravensburger Buchhändler Michael Riethmüller, jüngst zu Der Handel. "Wir wachsen zu langsam."

Aber es passiert jetzt einiges. Mittlerweile unterhält der Verein ein neues Büro in Singen. Einen großen Schub versprechen sich die Akteure von einer Kooperation mit dem Mittelstandsverbund - ZGV, in dem 320 Verbundgruppen organisiert sind. Mithilfe dieses neuen, starken Partners sollen parallel zur Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit weitere Hilfen für die Vereinsmitglieder entwickelt werden, heißt es.

Außerdem soll der Qualitätscheck zur Gewährleistung der "Buy Local Gütekriterien" verfeinert werden. "Man muss sich schon anstrengen, wenn man Mitglied bei uns werden und bleiben möchte", betont Geschäftsführerin Schönle. Nur so sei eine derartige Initiative aber auf Dauer glaubwürdig und werde sich bei den Verbrauchern durchsetzen.

Nicht Klein gegen Groß

Neben der gemeinsamen Mitgliedergewinnung für Buy Local werde sich Der Mittelstandsverbund, der mit Büros in Berlin, Brüssel und Köln vertreten ist, bei den politischen Gremien für Steuergerechtigkeit, Förderpolitik und Chancengleichheit für mittelständische und inhabergeführte Betriebe im Wettbewerb mit multinationalen Konzernen oder Großfilialisten einsetzen, heißt es. Ein Netz mit Experten aus Wissenschaft, Beratung und Praxis sowie gezielte Weiterbildungsangebote sollen sicherstellen, dass die Idee auf vielfältigen Ebenen systematisch weiterentwickelt wird, teilt der Verband weiter mit.

"Bei Buy Local geht es nicht um Klein gegen Groß, sondern um eine Initiative der Guten im Sinne von Qualität", sagt Riethmüller. Ebenso sei die Initiative kein Aufruf gegen das Internet. Vielmehr würden Mitgliedsunternehmen zu einer Verzahnung von stationärem Ladengeschäft und hochwertigem Onlineauftritt aufgerufen. 

Mit Buy Local habe der mittelständische lokale Händler eine Chance, das Konsumverhalten in Richtung Wertschöpfung für die Regionen zu lenken. "Das geht aber nur, wenn ganz viele mitmachen", betont Ludwig Veltmann, Hauptgeschäftsführer des Mittelstandsverbundes.