"Auserzählt!". So könnte man den Diskurs über das "Mobile Payment in Deutschland" in einem Wort zusammenfassen. Es scheint nicht anzulaufen und bezüglich der Ursachenforschung sind viele Erklärungsansätze in Umlauf gebracht (und mehrfach durchgekaut) worden. Aber nicht nur beim Shopping ist das mobile Bezahlen wenig gefragt, auch beim Banking von unterwegs kommt Deutschland scheinbar nur zögerlich voran. In (digitalen) Geldangelegenheiten sind die Deutschen dann doch eher konservativ. Geht da eigentlich noch was? Und wo steht Deutschland eigentlich im internationalen Vergleich? Eine globale Banken-Studie von Bain & Company gibt Auskunft. Befragt wurden 190.000 Verbraucher in 27 Ländern.

Mobile Payment in Deutschland. Gähn. Von der "Fragmentierung des Marktes", dem Vorhandensein etablierter und funktionierender Infrastrukturen (die einen etwaigen Mehrwert von "Mobile" gar nicht erst zur Geltung kommen lassen würden), über das Narrativ eines allgemeinen "Digitalskeptizismus der Deutschen", bis hin zum angeblichen Versagen einzelner Player, die einst mit halbgaren Schnellschuss-Lösungen nachfolgenden Initiativen lediglich verbrannte Erde im Markt hinterlassen hätten: Je nach persönlichem Gusto (und Eigeninteressen) sind schon alle denkbar möglichen Ursache-Wirkungszusammenhänge einmal abgebildet worden, um die schleppende Entwicklung des Mobile Payment in Deutschland zu erklären.

Mehrwert-Leistungen des Mobile Banking als Türöffner für das Mobile Payment

Alle Fragen geklärt? Story "auserzählt"? Nicht ganz. Deutschland holt zumindest beim mobilen Banking auf. Die globale Banken-Studie von Bain & Company kommt zu diesem Ergebnis.

„Der rasante Anstieg der Nutzerzahlen im Mobile-Banking zeigt die Dynamik der Entwicklung – im Vorjahr war Deutschland noch das Schlusslicht im weltweiten Vergleich“, erklärt Walter Sinn, Partner bei Bain & Company und Leiter der Banking-Praxisgruppe im deutschsprachigen Raum. „Die Kunden haben heute das Bedürfnis, zu jeder Zeit an jedem Ort mit jedem Gerät Bankgeschäfte zu erledigen. Dies ist eine der zentralen Herausforderungen der Digitalisierung.“

Dass Deutschland beim mobilen Banking im internationalen Vergleich mittlerweile nicht mehr das Schlusslicht stellt, sollte kaum verwundern: Jeder, der schon einmal mit seinem TAN-Generator vorm Bildschirm rumgefrickelt hat, bis der richtige Winkel für eine Übertragung gefunden wurde, jeder der das "Vergnügen" kennt, händisch seine IBAN von einem Überweisungsträger online einzutippen, wird das nachvollziehen können: Das ganze Online-Banking-System schreit geradezu danach, zukünftig per Smartphone, Barcode-Scan und QR-Codes abgewickelt werden zu können. Hier lockt tatsächlich ein echter Mehrwert für Verbraucher.

Wenn die Banken es also schaffen, Mobile Banking sicher, bequem und einheitlich zu gestalten, könnte das der Katalysator und Türöffner für weitere Offensiven Richtung "mobiles Bezahlen" sein. Der deutsche Verbraucher mag vielleicht ein eher digitalskeptisches Wesen sein, aber er ist auch ein eher rationaler Konsument: Wenn er erst einmal etwas für sich entdeckt hat, das ihm das Leben erleichtert, dann lässt er sich davon auch zukünftig gern vereinnahmen. Insofern stehen die Chancen nicht schlecht, dass die bald 20 Jahre alte (und entsprechend ausgenudelte) Debatte über "Sinn und Unsinn des Bezahlens per Handy/Smartphone in Deutschland" demnächst vielleicht doch noch einmal weitergeführt werden kann. Mit einem positiveren Spin als in der jüngeren Vergangenheit.

Es regt sich was. Im Vorjahr in der Banken-Studie von Bain & Company noch auf dem letzten Platz von 27 Nationen, ist Deutschland jetzt schon auf Augenhöhe mit anderen europäischen Ländern: Die Nutzerzahl von Mobile Banking-Anwendungen in Deutschland zieht aktuell deutlich an. Der offenkundige Zusatznutzen dieser Dienste gegenüber dem herkömmlichen Online Banking kann sich auch positiv auf die Akzeptanz anderer Services rund um das mobile Bezahlen auswirken: Mobile Banking als Hebel für das mobile Bezahlen von unterwegs per Smartphone. Bei jeder Gelegenheit.
Es regt sich was. Im Vorjahr in der Banken-Studie von Bain & Company noch auf dem letzten Platz von 27 Nationen, ist Deutschland jetzt schon auf Augenhöhe mit anderen europäischen Ländern: Die Nutzerzahl von Mobile Banking-Anwendungen in Deutschland zieht aktuell deutlich an. Der offenkundige Zusatznutzen dieser Dienste gegenüber dem herkömmlichen Online Banking kann sich auch positiv auf die Akzeptanz anderer Services rund um das mobile Bezahlen auswirken: Mobile Banking als Hebel für das mobile Bezahlen von unterwegs per Smartphone. Bei jeder Gelegenheit.

Grafik: Statista