Mobile Commerce macht regelmäßig Schlagzeilen, nicht nur hier bei Etailment. Die Kunden sind mobil geworden. Unterwegs zücken die Kunden schnell einmal das Smartphone oder Tablet und vergleichen rasch ein Preis. Gut, wer dann bereits seinen Shop für mobile Nutzung vorbereitet hat. Für alle anderen haben wir einige Tipps zusammengestellt.

Wer sich erst jetzt intensiver mit dem Thema Mobile Commerce beschäftigt, gehört nicht gerade zu den Vorreitern, sollte aber dennoch nicht auf Plan und Strategie verzichten.

1. Machen Sie eine Bestandsaufnahme

Wie groß ist die vor Ihnen liegende Aufgabe? Ein guter Einstieg besteht darin, beherzt zum Smartphone zu greifen und rasch einmal den eigenen Shop aufzurufen. Versuchen Sie, bei sich selbst einzukaufen! Notieren Sie sich die Anzahl der dafür notwendigen Schritte. Und da Objektivität gegenüber eigenen Leistungen immer so eine Sache ist. Vergleichen Sie den Prozess und die Warenpräsentation doch mit einem Anbieter wie Amazon.

Zalando holt die mobilen Kunden rasch ab. Und dank der prominenten Suchfunktion, wird der Kunde auch schnell gezielt einen Artikel finden
Zalando holt die mobilen Kunden rasch ab. Und dank der prominenten Suchfunktion, wird der Kunde auch schnell gezielt einen Artikel finden

Mit diesem ersten raschen Test haben Sie einen Eindruck davon erhalten, was noch zu tun ist. Ermitteln Sie danach, wie wichtig das Thema möglicherweise bereits für Ihren Shop ist. Sehen Sie sich dazu die Zahlen Ihrer Webanalyse an.

  • Wie hoch ist der Anteil der mobilen Zugriffe auf Ihr Angebot? Bereits im zweistelligen Prozentbereich?
  • Lässt sich der Umsatz aus diesen Zugriffen ermitteln? Wie hoch ist der Anteil? Nähert er sich bereits einer zweistelligen Zahl?
  • Gibt es vielleicht andere "weiche" Gründe, die für einen Einstieg sprechen, auch wenn die Zahlen nahelegen, dass der Anteil mobiler Nutzer noch nicht besonders hoch ist?

2. Welcher Weg wollen Sie gehen? Oder: Mobile Commerce ist nicht nur "responsive"

Wer etwas für den mobilen Nutzer anbieten will, kann zwischen mehreren Ansätzen wählen.

  • Aktuellen Shop auf responsives Design umstellen: Die schnellste Option, die auch von (fast) allen Agenturen umgesetzt werden kann. Vereinfacht gesagt, werden die Shopseiten automatisiert in Abhängigkeit des eingesetzten Geräts skaliert. So bleiben die Seiten stets bedienbar. Auf sehr kleinen Displays bleiben aber möglicherweise nur noch eine Grafik und ein Hinweis auf das Menü übrig.
  • Mobiles Template für den Shop: Eine andere Option, die aufwändiger in der Umsetzung ist, besteht darin, eine individuelle Vorlage für mobile Seiten zu benutzen. Kunden, die mit mobilen Geräten den Shop besuchen, erhalten also eine besondere Fassung des Angebots.
  • Programmierung einer App: Sie bieten den Kunden eine separate App für mobile Geräte an, die deren technischen Möglichkeiten ausreizt. Die Entwicklung kostet natürlich Geld, und die App muss dem Kunden schon etwas bieten, damit sie vom Anwender nicht schnell wieder gelöscht wird.

3. Nicht umparken, aber umdenken - Mobile First entwickeln

Unabhängig davon, für welchen Weg Sie sich entscheiden, fangen Sie am besten schon einmal damit an, die Produktion von Inhalten in Richtung Mobile First zu verändern. Bei der Gestaltung neuer Seiten und Inhalte werden diese immer zuerst für kleinere Displays arrangiert und optimiert. Ausgehend von dieser Basis werden dann weitere Arrangements und Designs für größere Anzeigeflächen entwickelt. Das ist auf die Dauer der einfachere Weg.

Gut ist hier der Einstieg über Produktkategorien gelöst worden
Gut ist hier der Einstieg über Produktkategorien gelöst worden
4. Denken Sie an den Kundeneinstieg

Was auf dem Desktop toll und gediegen aussieht, reduziert den Händler auf dem Smartphone-Display vielleicht auf einen einzigen Schalter: "Sonderangebot". Denken Sie an den Einstieg des Kunden. Was soll er als Erstes von Ihrem Shop sehen? Wie wollen Sie seinen Einstieg in die Produktwelten erleichtern? Bieten Sie beispielsweise prominent die Kategorien des Shops an und stellen Sie solche an den Anfang, die von Kunden unterwegs wohl eher gesucht sein dürften.

5. Optimieren Sie Ihren Bestellprozess

Es ist nett, wenn Sie sich selbst auf die Schulter klopfen und im Shop extra darauf hinweisen, dass der Kunde auch als "Gast" bestellen kann. Wenn das aber als Zwischenseite dargestellt wird, haben Sie noch einen weiteren Klick (Fingertipp) als Hürde aufgebaut. Wichtiger: Optimieren Sie den Prozess für die Bestellung.

Wie kann ein wiederkehrender Kunde mit möglichst wenigen Daten weitere Ware bestellen? Und wie können Sie einen Erstbesteller in möglichst wenigen Schritten zum Checkout führen? Reduzieren Sie nach Möglichkeit die Eingabefelder auf ein Minimum und bieten Sie lieber Auswahlboxen statt freier Eingabefelder an.

Das hätte man besser lösen können. Denn bei der Eingabe von Mailadressen kann man den Kunden durch beispielsweise durch Domainendungen unterstützen
Das hätte man besser lösen können. Denn bei der Eingabe von Mailadressen kann man den Kunden durch beispielsweise durch Domainendungen unterstützen
6. Nutzen Sie ein einfaches Bezahlsystem?

Zu einem schnellen und unkomplizierten Checkout gehört auch ein einfaches Bezahlverfahren. Die Eingabe langer Kreditkartennummern oder mehrstufige TAN-Prozesse erweisen sich auf mobilen Geräten als ungünstig. Mit seinem "Ein-Klick-Ansatz" greift Paypal diesen Gesichtspunkt gerade auf und macht mobiles Bezahlen einfacher.

7. Flash, Farben und Co - technische Besonderheiten berücksichtigen

Vermeiden Sie klassische Fehler bei der Gestaltung mobiler Angebote. Flash ist ohnehin keine besonders gute Idee mehr (siehe "Schluss mit Flash), auf mobilen Geräten aber wirklich problematisch. Das Display (nicht nur) auf dem iPad spiegelt. Das sollte bei der Gestaltung des Shops beachtet werden. Kontrastreiche Farben und dunkle Schriften auf hellem Untergrund sind dringend notwendig, damit der Kunde auch im Tageslicht viel von Ihrem Shop sieht. Links und Buttons müssen gut mit dem Finger zu bedienen sein, wie bereits in diesem Artikel beschrieben.