Immer mehr Onlinekunden wollen sofort und von überall bestellen, per Smartphone. Zalando richtet sich strikt nach diesen Konsumenten aus - und wird dafür belohnt.

Viele neue Kunden und höhere Einsparungen haben dem Online-Modehändler Zalando im zweiten Quartal zu einem deutlichen Gewinnsprung verholfen. Nach einem verhaltenen Jahresstart verdoppelte das Berliner Unternehmen den Gewinn zwischen April und Ende Juni unter dem Strich auf knapp 51 Millionen Euro, nach 23 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

"Wir sind super zufrieden", sagte Vorstandsmitglied Rubin Ritter am Donnerstag bei der Präsentation der Zahlen. Zalando sei trotz fortlaufender Investitionen stärker und profitabler geworden.

Mehr Kunden, mehr Bestellungen

Grund dafür sei eine zunehmende Kosteneffizienz. Die Zahl der Kunden stieg um 2,4 Millionen auf den Rekordwert von 18,8 Millionen. Mit durchschnittlich 3,3 Bestellungen pro Jahr pro aktivem Kunden wurde ein weiterer Höchststand erreicht.

Der im MDax notierte Konzern hatte im Vorjahr außerdem höhere Zahlungsausfälle und Kosten für Mahnungen verkraften müssen. Zalando versucht, immer mehr Marken zu gewinnen und exklusiv zu vermarkten. Neu sind etwa die Labels Fenty by Rihanna, Club Monaco, Ivyrevel und Kate Spade

Neues Logistikzentrum in Lahr in Betrieb

Außerdem investiert Zalando kräftig in Logistik und Technologie. In dieser Woche hat das neue Logistikzentrum in Lahr seinen Testbetrieb aufgenommen. Zudem bietet das Unternehmen in Pilotprojekten taggleiche Lieferung und Retoure-Abholung. Hier wird mit Logistik-Partnern wie DHL, Hermes, Liefery und Tiramizoo kooperiert.

Der Umsatz zog um ein Viertel auf 916,4 Millionen Euro an. Ihre Prognose für das Gesamtjahr hatten die Berliner bereits im Juli angehoben. Die Einnahmen sollen um bis zu 25 Prozent steigen. Damit könnte der Umsatz 2016 im besten Fall von den knapp 3 Milliarden Euro im Vorjahr auf fast 3,7 Milliarden Euro zulegen.

Zahl der Bestellungen per App nehmen rasant zu

Um das Wachstum zu beschleunigen, hatte der Onlinehändler zuletzt viel Geld in seine Smartphone-App gesteckt. Die Investitionen haben sich gelohnt: Knapp 65 Prozent der Besucher kamen im zweiten Quartal über mobile Endgeräte, im Vorjahreszeitraum waren es 56 Prozent.  Im Jahresvergleich wuchs die Anzahl der Bestellungen über die App um 90 Prozent, teilt Zalando mit. 

"Unsere Kunden in Deutschland sind heute immer mehr mobil unterwegs und verlangen stärker nach flexiblen und individuell zugeschnittenen Services, die wir ihnen als zentrale Anlaufstelle für jegliche Modefrage bieten wollen", formuliert Moritz Hau, der Zalando-Deutschlandchef, die Strategie.