Schon jetzt bestimmen mobile Endgeräte erheblich das Einkaufsverhalten - Tendenz steigend. Die Industrie investiert folglich immer mehr in Anzeigen auf Smartphones und Tablet-PCs.

Mobile Endgeräte gewinnen für deutsche Konsumenten quasi wöchentlich an Bedeutung. Ein Viertel der Verbraucher verwendet bereits ein Smartphone für komplette Kaufprozesse, schreiben die Marktforscher von Nielsen.

Entsprechend rasant entwickelt sich auch die mobile Werbung. Laut einer monatlichen Auswertung von Nielsen und dem Bundesverband Digitale Wirtschaft ist der mobile Werbemarkt im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 80 Prozent gestiegen. Im ersten Halbjahr 2012 hat das Gesamtvolumen für mobile Werbung 23 Millionen Euro betragen.

Automobilbranche wirbt am eifrigsten

Die werbefreudigste Branche ist die Automobilindustrie mit investierten 4,4 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten - das ist eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Platz zwei nimmt mit 3,9 Millionen Euro die Telekommunikationsbranche ein, gefolgt von der Dienstleistungsbranche mit 2,6 Millionen Euro.

Deutsche lesen keinesfalls auf dem Smartphone nur Anzeigen - sie nutzen das Gerät immer stärker beim Einkauf. 30 Millionen Haushalte mit Internetzugang gibt es, und davon wissen laut Nielsen 70 Prozent mit Quick-Response-Codes (QR-Codes) etwas anzufangen. Gut ein Drittel dieser Haushalte hat schon einmal so einen Code mit dem Smartphone gescannt. Und ein Viertel der Befragten scannte einen QR-Code direkt im Geschäft, um sich über ein Produkt zu informieren.

Die größte Aufmerksamkeit für QR-Codes erzeugen Werbeanzeigen in Printmedien: 83 Prozent der Befragten geben an, hier diese Codes wahrgenommen zu haben. Auch Produktverpackungen (70 Prozent) und Plakate (64 Prozent) fallen beim Verbraucher auf.

Wenn Verbraucher einen Code scannen, dann wollen die meisten (52 Prozent der Befragten) zuerst Hintergrundinformationen über das jeweilige Produkt erlangen. Das gilt vor allem für die Warengruppen Lebensmittel und Getränke, gefolgt von Körperpflegeprodukten und Haushaltsreinigern. Allerdings waren laut Nielsen die Konsumenten mit den Informationen nicht immer zufrieden, "hier gibt es Verbesserungspotenzial", schreiben die Marktforscher.