Mobile Endgeräte beeinflussen das Einkaufsverhalten der Verbraucher. Deshalb sollten sich Unternehmen auf diese Entwicklung einstellen, wenn sie von dem neuen Absatzkanal profitieren wollen.  

Das Ende der telefonischen Service-Hotline, massive Verschiebungen der Marktanteile im stationären Handel und E-Commerce sowie neue Formen der personalisierten Werbung - der Siegeszug des mobilen Internets wird sich nachhaltig auf deutsche Unternehmen auswirken. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Business-Motor mobiles Internet" der Hamburger Agentur Rio Mobile.

Die Studie untersuchte den Einfluss der neuen Technologie auf unterschiedliche Unternehmensbereiche wie Marketing, Service, Außendienst, Vertrieb und Verkauf. Demnach zeigen die Resultate, dass mobile Endgeräte - allen voran das Handy - zukünftig etwa das Einkaufsverhalten nachhaltig beeinflussen werden.

"Konsumenten können sich mit Hilfe von Internet-Handys jederzeit und an jedem Ort über Produkte und Preise informieren, selbst während des Einkaufs im Laden", betont Arne Flick, Gründer und Geschäftsführer von Rio Mobile.

Absatzkanal Handy

Zugleich sei damit zu rechnen, dass ein signifikanter Anteil des elektronischen Handels über mobile Endgeräte laufen wird. Mit dem Handy als Absatzkanal werde der Impulskauf in den E-Commerce einziehen.

"Wir prognostizieren, dass schon 2013 rund 20 Prozent der Online-Umsätze auf den Mobile Commerce entfallen werden", sagt Flick. Wer sich in diesem neuen Absatzkanal frühzeitig etabliert, kann Marktanteile gewinnen, so der Experte.
 
So sind im Marketing eigene Apps (Anwendungsprogramme) für Unternehmen mittlerweile selbstverständlich. Schon heute beurteilten 65 Prozent der Entscheider Apps als wirkungsvolle Pre-Sales-Instrumente. 54 Prozent gaben an, bereits eine App zu nutzen oder bis Ende 2011 zur Kundenansprache einsetzen zu wollen.

Arne Flick rechnet allein in Deutschland mit rund einer Million Unternehmens-Apps bis 2013. Dabei werde vor allem die Produktinformation eine zentrale Rolle spielen. Auch die Art der Kundenansprache werde sich ändern. Werbung auf dem Handy werde persönlich auf den einzelnen Adressaten zugeschnitten und auf den jeweiligen Aufenthaltsort abgestimmt.

Kundenservice - noch näher am Konsumenten

Tiefgreifende Folgen seien auch für den Service zu erwarten. In der Kundenbetreuung werde etwa die Hotline durch neue Service-Portale für Handys abgelöst. Telefonische Hotline und Video-Chat würden auf dem Handy verschmelzen.

"Wer ein Problem mit seinem neuen Laptop oder der Waschmaschine hat, dreht ein kurzes Video oder macht ein Foto und schickt es an den Service", prognostiziert Arne Flick.  

In zwei Umfragen unter 250 budgetverantwortlichen Entscheidern hat Rio Mobile die aktuelle Wahrnehmung und Einschätzung des mobilen Internets in deutschen Unternehmen abgefragt.

Dabei zeigte sich, dass ein Großteil der Führungskräfte die Technologie bereits als relevanten wirtschaftlichen Faktor erkannt hat und diesen auch aktiv nutzen wird. Vertriebsunterstützung und Service beurteilen derzeit 73 Prozent der Befragten als wirtschaftlich lohnenswerte Einsatzgebiete des mobilen Webs.

Unternehmen erkennen Relevanz

Ebenso wird die Produktvermarktung (47 Prozent) deutlich positiv eingeschätzt. Mobile Bezahldienste (35 Prozent), Branding und Markenkommunikation (31 Prozent) sowie mobiler Verkauf (30 Prozent) erreichen die Zustimmung von rund einem Drittel der Befragten. Nur fünf Prozent sehen keine wirtschaftlich lohnenswerten Einsatzbereiche für das mobile Internet.

Auch die Rolle als leistungsstarker Kommunikationskanal steht außer Frage: 63 Prozent gehen davon aus, dass sie bis 2013 wichtige Zielgruppen effektiv über das mobile Internet erreichen werden.

Mit den Auswirkungen des mobilen Internets auf den stationären Handel befasst sich auch die Titelgeschichte der April-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Der Handel. Erscheinungstermin ist der 7. April. Klicken Sie hier um ein kostenloses Probeexemplar anzufordern.