Obwohl erstmals neue Erlösquellen eingerechnet wurden, ging der Umsatz der Musikindustrie 2009 um 2,1 Prozent zurück. Die Musikdownloads wachsen aber nach wie vor stark.

Die deutsche Musikindustrie ist vergleichsweise gut durch das Krisenjahr 2009 gekommen: Zwar ging der Umsatz um 2,1 Prozent im vergleich zum Vorjahr zurück, doch in anderen europäischen Ländern sei der Umsatztrückgang zum Teil sogar zweistellig, meldet der Bundesverband Musikindustrie e.V. (BVMI).

Stützen des Musikmarktes waren demnach die stabilen CD-Verkäufe, das weiterhin große Wachstum bei Musikdownloads und die an Bedeutung gewinnenden neuen Erlösquellen. Denn erstmals wurden in der Gesamtstatistik auch Einnahmen aus Leistungsschutzrechten sowie neue Erlösquellen wie Merchandise, Künstlermanagement und Lizenzeinnahmen eingerechnet.

Reine Musikverkäufe gehen weiter zurück

Insgesamt erzielte die Musikindustrie im Jahr 2009 somit einen Gesamtumsatz von 1,803 Milliarden Euro, was einem Rückgang um 2,1 Prozent entspricht. Etwas stärker gingen mit einem Minus von 3,3 Prozent die reinen Musikverkäufe zurück. Sie sanken von 1,582 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf 1,530 Milliarden Euro in 2009.

"Deutschland hat im internationalen Vergleich im Moment eine Ausnahmestellung. Während viele Länder seit Jahren mit zweistelligen Umsatzrückgängen kämpfen, setzt sich in Deutschland die Konsolidierung im Musikmarkt fort", erläuterte BVMI-Geschäftsführer Stefan Michalk.

CDs, DVDs (Musikvideo), MCs und die LP – deren Absatz 2009 erstmals wieder die Millionengrenze überstieg – machen hierzulande immer noch rund 90 Prozent des Umsatzes mit Musikverkäufen aus.

Digitale Zukunft

"Die deutschen Musikfirmen haben erfolgreich in die digitale Zukunft investiert, ohne den physischen Markt zu vernachlässigen", lobte Michalk. So gebe es in Deutschland über 40 digitale Musikangebote.

Der Umsatz mit Musikdownloads erhöhte sich 2009 um 34,6 Prozent von 87,9 Millionen im Jahr 2008 auf 118,3 Millionen Euro. Treiber des Umsatzes waren vor allem die höherpreisigen Bundles, deren Absatz um 65 Prozent von 4,6 (2008) auf 7,6 Millionen Einheiten stieg.

"Entgegen aller Prophezeiungen scheint das Album auch im Digitalmarkt eine Zukunft zu haben", so Michalk. Branchenbeobachter hatten den Künstler-Kompositionen eine düstere Zukunft vorausgesagt, weil die Musikliebhaber durch die Downloads nun leicht eigene, individuelle Musikmischungen zusammenstellen können.

Klassik wieder beliebter

Auch die Anstrengungen der Musikfirmen, die Abhängigkeit vom reinen Musikverkauf zu verringern, zeigten Erfolge, so Michalek: So stiegen die Einnahmen aus neuen Erlösquellen wie Merchandise, Künstlermanagement, Marken-Partnerschaften und Pauschalvergütungen um elf Prozent von 110 auf 122 Millionen Euro. Sie machen damit bereits sechs Prozent der Gesamterlöse der Branche aus.

Unterdessen gewinnt die Klassik derzeit wieder mehr Liebhaber - auch und vor allem jüngere: Der Umsatz mit klassischer Musik stieg 2009 um 10 Prozent.
Der Bundesverband der Instrumentenhersteller beobachtet ebenfalls den Trend zur Klassik – und zum Selbstmusizieren.