Mit zweistelligen Umsatzsteigerungen und einer fetten Ausschüttung an die beteiligten Handelsunternehmen fährt die MHK Group, sprich Musterhaus Küchen, im In- und Ausland Rekordergebnisse ein. MHK-Chef Hans Strothoff kündigt die weitere Expansion an. Das Thema Ruhestand wischt der 65-Jährige vom Tisch.   

Keine Rede mehr davon, dass er über einen Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat nachgedacht hatte. Offensichtlich macht dem 65-jährigen Unternehmer Hans Strothoff, Gründer und Vorstandschef der MHK Group im hessischen Dreieich, seine Arbeit viel zu viel Spaß.

Begeistert verkündete er jetzt die Zahlen des vergangenen Jahres: Der Gruppenumsatz kletterte um mehr als 12 Prozent auf über 4,5 Milliarden Euro, davon 3,1 Milliarden im Inland. Zu Jahresende 2015 waren an der Gruppe 2.358 Händler beteiligt, allein in Deutschland konnten 105 neue Mitglieder gewonnen werden.

Geldregen für die Mitglieder

Die Mitglieder beziehungsweise Gesellschafter können sich über eine fette Ausschüttung freuen, mehr als 80 Millionen Euro gibt es für das vergangene Jahr. Und, so betont Vorstand Werner Heilos, diese Ausschüttung spiegele nur einen Teil der Sonderleistungen für die Mitglieder wider. So würden auch erhebliche Einkaufsvorteile der mächtigen Verbundgruppe an die Mitglieder weitergereicht, was nicht über die Jahresausschüttung definiert ist.

Ohnehin bietet die Gruppe den beteiligten Unternehmen ein breites Spektrum an Dienstleistungen, auch in Form günstiger Finanzierungen durch die hauseigene Cronbank. Die finanziere nicht nur Unternehmenskredite von Händlern für deren Investitionen, sondern biete auch Finanzierungen für Endkunden, etwa beim Küchenkauf.

Vom Händler bis zum Handwerker

Dabei steht MHK längst nicht mehr nur für die unterschiedlichen Handelsangebote im Küchenbereich. Vielmehr dreht sich immer mehr auch um Dienstleistungen für Haus und Wohnung, darunter vor allem Bad und Heizung. Zielgruppe dieser Expansion im Mitgliederbereich sind allerdings keine reinen Handwerksbetriebe, sondern spezialisierte Unternehmen, die ihre Leistungen und Produkte über eigene Ausstellungsräume anbieten.

Im klassischen Küchengeschäft freut sich Strothoff über die Fortsetzung des Trends zu höherpreisigen Ausstattungen. Ohne das preisgünstigere Reddy-Sortiment aus dem eigenen Haus stieg der Durchschnittspreis pro Küche 2015 um mehr als 500 Euro auf 12.500 Euro. Der Durchschnittswert der verkauften Reddy-Küche zog ebenfalls deutlich an und kletterte auf 6.900 Euro im Schnitt.

Die Preissteigerungen im Küchengeschäft sind vor allem den zunehmend hochwertigen Elektronik-Ausstattungen geschuldet.

Teure Elektrogeräte

Im laufenden Jahr rechnet Strothoff ebenfalls mit einem zweistelligen Wachstum der Gruppe. Nach mehr als 10 Prozent im ersten Quartal sei dies realistisch, zumal seit Jahresanfang neue Mitglieder gewonnen werden konnten, die dann ebenfalls zum Wachstum beisteuern. Klares Ziel ist der Sprung über die Umsatzmarke von 5 Milliarden Euro.

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin soll das neue Internet Portal mhk-kueche.de sein, das ab dem Herbst in die Testphase gehen soll und ab 2017 zusätzliche Kunden in die Läden holen könnte. An Online-Verkäufe denkt der Vorstand dabei nicht. Schließlich lebe gerade das Küchengeschäft von der individuellen Beratung vor Ort. Strothoff: "Dieser persönliche Service durch den Fachmann ist durch nichts zu ersetzen."