Seit Montag gehört NKD einem Finanzinvestor. Der neue Eigentümer kommt nicht mit leeren Händen - und hat ehrgeizige Ziele mit dem angeschlagenen Textildiscounter.

Der Finanzinvestor OpCapital ist neuer Eigentümer des Textildiscounters NKD. Das Investmentunternehmen übernehme NKD komplett mit der Firmenzentrale im oberfränkischen Bindlach und den knapp 2.000 Filialen in Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien und Polen, teilte eine Sprecherin am Mittwoch mit. OpCapital werde dem Discounter neues Kapital in Höhe von 20 Millionen Euro zuführen, teilt das Unternehmen mit.

"OpCapital hat zugesichert, weiteres Kapital zur Verfügung zu stellen, sobald das Investmentunternehmen seinen neuen Fonds vollständig aufgelegt und finanziert hat", heißt es weiter. Der Investor finanziere die Übernahme ohne Bankdarlehen und ermögliche NKD mit dieser zusätzlichen Liquidität, den eingeschlagenen Restrukturierungskurs erfolgreich fortzusetzen und künftig wieder Wachstum zu generieren, teilt der Händler mit.

Von Daun zu OpCapital

Die niedersächsische Textilgruppe Daun als bisheriger Eigentümer hatte schon vor einigen Monaten angekündigt, NKD verkaufen zu wollen. Am Montag (25.) wurde der Kaufvertrag mit OpCapital geschlossen. Laut NKD hätten sich mehrere Investoren für das Unternehmen interessiert.

NKD hat turbulente Zeiten hinter sich: Das Management war ausgetauscht worden, weil sich dessen Ziele als zu ambitioniert erwiesen hatten. Danach übernahm die Restrukturierungsberatung Ziems und Partner als Interimsgeschäftsführung das Ruder. Der dabei erfolgte Umbau des Filialnetzes werde in Kürze abgeschlossen, schreibt NKD. Der Personalabbau in der Bindlacher Zentrale sei abgeschlossen. Ab 2015 will der Discounter wieder profitabel sein.

Die Geschäftsführung von Ziems und Partner wird nun durch John von Spreckelsen, Operating Partner von CoCapital, erweitert.