NKD plagen viele Sorgen. Gegen eine ehemalige Führungskraft wird wegen Verdacht auf Untreue ermittelt. Zudem müssen Mitarbeiter für die überzogenen Wachstumsziele des Textildiscounters bezahlen.

Der Textildiscounter NKD will in seiner Zentrale knapp 100 von den bislang etwa 650 Arbeitsplätzen streichen. Unprofitable Filialen sollen geschlossen werden, teilte das Unternehmen im oberfränkischen Bindlach am Dienstag mit. Der bisherige Wachstumskurs sei zu ambitioniert gewesen, sagte eine Sprecherin. NKD sei dadurch eher geschwächt worden.

Vor wenigen Monaten hatte es einen Wechsel im Management des Unternehmens gegeben, der alten Führungsspitze waren Strategiefehler vorgeworfen worden. Mitte Juli wurde bekannt, dass eine frühere NKD-Führungskraft wegen des Verdachts der Untreue in Millionenhöhe in Untersuchungshaft sitzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hof sollen 3,7 Millionen Euro aus dem Unternehmen veruntreut worden sein. Die Ermittlungen dauern derzeit noch an.

Neues Filialkonzept geplant

Bis 2015 will NKD 45 Millionen Euro investieren. Unter anderem soll ein neues Filialkonzept entwickelt werden, um die Produktivität in den einzelnen Läden zu steigern und in die Gewinnzone zurückzukehren. Außerdem beendet NKD sein Engagement als Trikotsponsor des Fußball-Bundesligavereins 1. FC Nürnberg. Der Vertrag laufe im Juni 2014 aus, hieß es.

Die mit den Banken und dem Betriebsrat abgestimmten Maßnahmen ändern nach Angaben der Sprecherin nichts an den Plänen der Eigentümerin, der niedersächsischen Textilgruppe Daun, NKD zu verkaufen.