Erst Schlecker, nun NKD. Interessenten für Woolworth-Filialen gibt es offenbar genug. Der Textildiscounter will schon Ende September an Standorten des insolventen Warenhauses präsent sein.

Der Textil-Discounter NKD übernimmt 23 der 310 Filialen des insolventen Billigkaufhausbetreibers Woolworth. "An 23 Standorten sind die Verträge unter Dach und Fach", sagte Geschäftsführer Helmut Wirsieg. Die Eröffnungen der etwa 330 bis 400 Quadratmeter großen Geschäfte seien von Ende September bis Mitte Oktober geplant.

Eventuell könnte die Zahl der übernommenen Woolworth-Filialen noch steigen, denn "die Verhandlungen an anderen Standorten dauern noch an", betonte Wirsieg.

Die Drogeriekette Schlecker will bis zu 71 Woolworth-Standorte übernehmen. Auch Edeka-Chef Markus Mosa zeigte sich jüngst an Filialen des insolventen Warenhauses interessiert.

Weiter expandieren

Auch in Zukunft wolle NKD auf seine Expansionsstrategie setzen, teilt das Unternehmen mit. So hatte der Händler bereits im Frühjahr in Südwestdeutschland zwanzig Filialen des insolventen Modehauses Keilbach übernommen.

Im Frühsommer folgten insgesamt zwölf Filialen der insolventen Adessa Moden GmbH.

Ein Platz besser

Hauptsitz von NKD ist im oberfränkischen Bindlach in der Nähe von Bayreuth.
Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben über 1.300 Filialen und fast 6.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von knapp 500 Millionen Euro.

Im Umsatzranking der deutschen Textileinzelhändler für das Jahr 2008 belegt NKD damit Platz 16 (Quelle: TextilWirtschaft 35/09). Gegenüber dem Vorjahr konnte sich das Unternehmen um einen Platz verbessern.